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Inhalt:
Allgemeines
Lottogrundlagen
Lotto 1 aus 49
Zweimaliges Spielen von 1 aus 49
Mehrmaliges Spielen von 1 aus 49
Lotto 6 aus 49
Finanzielles
Erhöhung der Gewinnchancen
Systemlotto
Lottotips
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Allgemeines

Lotto gibt es schon sehr lange und erfreut sich bei bei großen Teilen der Bevölkerung großer Beliebtheit. Viele Lottospieler wissen zwar, wie sie einen Lottoschein ausfüllen, aber sie verstehen dieses Spiel um Geld nicht wirklich: Kaum jemand weiß, wie groß die Chance auf den Hauptgewinn ist. Außerdem gibt es zahlreiche Mythen und Empfehlungen, wie man seine Gewinnchance erhöhen kann. Kaum eine entspricht jedoch der Realität. Beispielsweise hält sich das Gerücht hartnäckig, daß die Ziehungswahrscheinlichkeit einer Zahl, die bereits in der letzten Ziehung gezogen wurde, geringer sei als die Ziehungswahrscheinlichkeit der anderen Zahlen.

Nachfolgend erfahren Sie in einfachen Worten, wie Lotto wirklich funktioniert, was sich hinter der Ziehungswahrscheinlichkeit verbirgt, wie hoch die Gewinnwahrscheinlichkeit ist und wie Sie Ihre Chancen wirklich erhöhen können. Weiterhin erfahren Sie, was es mit System-Lotto und den Angeboten von Firmen auf sich hat, die ihre Dienste rund ums Lottospielen anbieten.


Lottogrundlagen

Für das Verständnis, wie Lotto funktioniert, muß man wissen, was ein zufälliges Ereignis ist und wie man Wahrscheinlichkeiten berechnen kann. Dies ist auch für völlig Unbedarfte ganz einfach zu verstehen, da es sich nicht um abgehobene Mathematik handelt sondern um einfach zu verstehende Zusammenhänge, für die es zudem plastische Beispiele aus der Praxis gibt. Für die nachfolgende Erklärung der grundlegenden Begriffe und Zusammenhänge ist die sicher allseits bekannte Ziehungsmaschine der Lottogesellschaft mit ihren 49 Kugeln sehr gut geeignet.

Das Ziehungsgerät besteht aus einer Trommel, in der sich 49 identische Kugeln befinden, die fortlaufend numeriert sind. Durch die Konstruktion ist sichergestellt, daß die Kugeln gut durchgemischt werden, so daß es rein zufällig ist, welche Kugel als nächstes gezogen wird. Dadurch daß es sich um identische Kugeln handelt, wird erreicht, daß bei extrem vielen Ziehungen in Summe alle Kugeln gleich häufig gezogen werden. Es wird also keine Kugel bevorzugt oder benachteiligt. Das Ziehungsgerät ist daher nichts anderes als ein Zufallsgenerator, der bei jeder Ziehung eine rein zufällige Zahl im Bereich von 1 bis 49 ausspuckt.


Lotto 1 aus 49

Normalerweise ist Mathematik eine ziemlich trockene Angelegenheit. Aber die Wahrscheinlichkeitsrechnung ist eine richtig griffige Sache, die man recht leicht anhand eines praktischen Beispiels erklären kann. Daher wollen wir im Geiste zunächst ein wenig "1 aus 49" spielen. Dieses Spiel funktioniert genauso wie das bekannte "6 aus 49", nur daß immer nur eine Kugel gezogen wird statt sechs hintereinander. Wir geben also einen Tip ab, welche Kugel als nächstes gezogen wird, führen dann eine Ziehung durch und legen anschließend alle Kugeln für die nächste Ziehung wieder in Startposition.

Die interessanteste Sache ist zu wissen, wie wahrscheinlich es ist, daß der Tip richtig ist. Sie werden es vielleicht kaum glauben, aber die Angabe der Wahrscheinlichkeit ist sehr leicht möglich: Wenn nichts "gezinkt" ist, besitzen alle 49 Kugeln die gleiche Ziehungswahrscheinlichkeit. Es gibt also 49 gleich wahrscheinliche Möglichkeiten, wie eine Ziehung ausgehen kann. Die Chance, daß der Tip richtig ist, ist deshalb 1:49. Im Sprachgebrauch sagt man zwar gerne "1 zu 49", aber mathematisch gesehen ist der Doppelpunkt ein Divisionszeichen. Es ergibt sich ein Wert von ungefähr 0,0204, was einem Prozentwert von ca. 2,04% entspricht. Sie sehen, es ist also mit gesundem Menschenverstand sehr einfach, die Wahrscheinlichkeit für einen richtigen Tip zu berechnen.

Ganz wichtig zu wissen ist, daß die Ziehungswahrscheinlichkeit nicht abhängig davon ist, welchen Tip man abgegeben hat, und auch nicht davon, welche Kugel tatsächlich gezogen wurde. Egal, welchen Tip man abgibt, ist die Wahrscheinlichkeit beim Spiel "1 aus 49" immer ca. 2,04%. Es ist auch völlig egal, welche Kugeln wie oft in den vorangegangenen Ziehungen gezogen wurden. Sofern die Kugeln und das Ziehungsgerät in Ordnung sind, beträgt die Ziehungswahrscheinlichkeit immer ca. ca. 2,04%. Selbst wenn z.B. Kugel 17 einhundertmal hintereinander gezogen wurde, wird die Wahrscheinlichkeit, daß in der nächsten Ziehung wieder Kugel 17 gezogen wird, dadurch nicht geringer! Denn Kugel 17 hat kein Gedächtnis und weiß überhaupt nicht, wie oft sie schon gezogen wurde. Für sie ist daher jede Ziehung die erste Ziehung.

Anmerkung: Die Wahrscheinlichkeit für das Gesamtereignis, daß einhundertmal hintereinander die Kugel 17 gezogen wird, ist verschwindend gering. Sie hat aber überhaupt nichts mit der Wahrscheinlichkeit des Einzelereignisses zu tun, welche Kugel als nächstes gezogen wird. Warum das so ist, wird im nächsten Abschnitt erklärt.


Zweimaliges Spielen von 1 aus 49

Wie oben dargestellt, gibt es bei der ersten Ziehung 49 Möglichkeiten (d.h. eine von 49 Kugeln), von denen nur eine dem gewünschten Ereignis (nämlich dem Ziehen der im voraus geratenen Kugel) entspricht. In der zweiten Ziehung wird wieder eine von 49 möglichen Kugeln gezogen. Man muß also sowohl die Kugel in der ersten als auch der zweiten Ziehung richtig tippen. Auch hierfür kann man die Wahrscheinlichkeit sehr leicht berechnen, wenn man sich die Anzahl der möglichen Kombinationen vor Augen hält.

Was kann passieren? Wenn Kugel 1 in der ersten Ziehung gezogen wird, gibt es in der zweiten 49 Möglichkeiten. Wenn aber Kugel 2 in der ersten Ziehung gezogen wird, gibt es in der zweiten ebenfalls 49 Möglichkeiten. Bei Kugel 3 bis 49 in der ersten Ziehung ist es nicht anders. Wenn man alle Möglichkeiten aufsummiert, erhält man als Gesamtzahl daher 49 * 49 = 2401 mögliche Kombinationen.

Wenn man nun zweimal hintereinander "1 aus 49" spielt, tritt eine von den 2401 Möglichkeiten ein. Daher beträgt die Wahrscheinlichkeit, daß man die Kugel aus der ersten und zweiten Ziehung richtig tippt, bei exakt 1:2401, was ungefähr 0,00042 oder anders gesagt 0,042% entspricht. Obwohl die Ziehungswahrscheinlichkeit einer einzelnen Kugel sich nicht geändert hat und nach wie vor 1/49 beträgt, ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie das Gesamtereignis (nämlich die Nummern der Kugeln in der ersten und zweiten Ziehung) richtig tippen, deutlich geringer. Dabei ist es völlig egal, welche Nummern Sie tippen. Daß in der ersten Ziehung Kugel 1 und in der zweiten Kugel 2 gezogen wird, ist genauso wahrscheinlich wie der Fall, daß in beiden Ziehungen Kugel 17 gezogen wird.


Mehrmaliges Spielen von 1 aus 49

Wenn Sie mehrmals "1 aus 49" hintereinander spielen und einen Tip für alle Ziehungen abgeben, steigt mit jeder Ziehung die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten um den Faktor 49. Die Wahrscheinlichkeit, daß man alle Ziehungen richtig tippt, sinkt daher mit jeder Ziehung um den Faktor 1/49. Bei beispielsweise 6 Ziehungen ergeben sich insgesamt 49 * 49 * 49 * 49 * 49 * 49 = 13.841.287.201 Möglichkeiten, d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß Sie alle Zahlen in der richtigen Reihenfolge vorhersagen, beträgt lediglich ca. 1 zu 14 Milliarden oder anders ausgedrückt 0,0000000072%. Da es bei mehreren Ziehungen unhandlich ist, mehrmals die gleiche Zahl mit sich selbst zu multiplizieren, benutzt man in der Mathematik die Potenzschreibweise:

M = Kn     M = Kombinationsmöglichkeiten, K = Gesamtzahl der Kugeln, n = Anzahl der Ziehungen
W = 1 / Kn W = Wahrscheinlichkeit, K = Gesamtzahl der Kugeln, n = Anzahl der Ziehungen

Wie Sie sehen, ist Wahrscheinlichkeitsrechnung gar nicht so schwierig. Wichtig zu wissen ist, daß die Ziehungswahrscheinlichkeit einer Kugel immer gleich ist und daß der Eintritt eines bestimmten verketteten Ereignisses (bestimmte Kugel in erster Ziehung, bestimmte Kugel in zweiter Ziehung usw.) umso unwahrscheinlicher ist, je mehr Stufen das Ereignis umfaßt. Eine sehr wichtige Erkenntnis ist außerdem, daß die Eintrittswahrscheinlichkeit für alle Zahlenkombinationen identisch ist.


Lotto 6 aus 49

Das Lottospiel "6 aus 49" unterscheidet sich vom sechsmaligen Spielen des oben erklärten Spiels "1 aus 49" in einigen kleinen aber wichtigen Details. Es wird zwar auch eine Kugel nach der anderen gezogen, aber die gezogene Kugel wird nach der Ziehung nicht wieder in die Ziehungstrommel zurückgelegt. Dadurch ist ausgeschlosen, daß eine Zahl mehr als einmal gezogen wird. Das Lottospiel "6 aus 49" kann man, weil gezogene Kugeln aus dem Spiel sind, in 6 hintereinander ablaufende Spiele aufteilen: "1 aus 49", "1 aus 48", "1 aus 47", "1 aus 46", "1 aus 45" und "1 aus 44".

Wichtig ist, daß man nicht die gezogene Reihenfolge tippen muß sondern nur die Zahlen selbst. Wenn man beispielsweise die Zahlenkombination 1-2-3-4-5-6 tippt, ist es unerheblich, ob die Zahlen in genau dieser Reihenfolge oder zum Beispiel als 3-6-1-4-5-2 gezogen werden. Dadurch verringert sich die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten, denn es fallen alle Zahlenreihenfolgen weg, die die gleichen Zahlen enthalten. Entsprechend erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen richtigen Tip. Es gibt (ohne Herleitung) eine mathematische Regel, wie viele Möglichkeiten es gibt, um n Zahlen in einer anderen Reihenfolge zu sortieren: Diese Anzahl entspricht der sogenannten Fakultät, die man als "n!" schreibt. Man kann die Fakultät für kleine Zahlen leicht ausrechnen, denn sie berechnet sich zu n! = n * (n-1) * (n-2) * ... * 1. Im Beispiel "6 aus 49" ist n=6. Die Fakultät von 6 berechnet sich zu 6! = 6 * 5 * 4 * 3 * 2 * 1. Das Ergebnis ist 720, d.h. es gibt genau 720 Möglichkeiten, 6 Zahlen in einer anderen Reihenfolge zu schreiben (oder zu ziehen), ohne daß eine Kombinationsmöglichkeit doppelt ist. Die Anzahl der verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten für einen "Sechser" beträgt:

M6 = (49 * 48 * 47 * 46 * 45 * 44) / (6 * 5 * 4 * 3 * 2 * 1) = 13.983.816

Die Wahrscheinlichkeit, im Spiel "6 aus 49" 6 richtige Zahlen zu tippen, kann man durch Bildung des Kehrwerts aus den Möglichkeiten berechnen:

W6 = 1 / M6 = 0,0000000715 = 0,00000715%

Die Wahrscheinlichkeit, den Hauptgewinn zu erzielen, ist allerdings noch geringer. Denn vor den Jackpot haben die Lottogesellschaften die Superzahl gestellt. Mathematisch gesehen handelt es sich um eine Kombination von "6 aus 49" mit einem nachgeschalteten "1 aus 10". Bei jedem Spiel "1 aus 10" wird eine von zehn Kugeln gezogen, so daß die Trefferwahrscheinlichkeit hierfür 1/10 beträgt. Um den Jackpot zu knacken, muß man erst einmal einen "Sechser" tippen, für den es wie oben berechnet 13.983.816 Kombinationsmöglichkeiten gibt. Zusätzlich muß man die richtige Superzahl tippen, was mit 10 weiteren Kombinationsmöglichkeiten zu Buche schlägt. In Summe ergeben sich daher 13.983.816 * 10 = 139.838.160 Möglichkeiten. Das sind immerhin deutlich mehr als einhundert Millionen! Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist deshalb verschwindend gering und beträgt lediglich 0,0000000072, was 0,00000072% entspricht.


Finanzielles

Viele Leute machen sich keinerlei Gedanken, was mit dem Lottoeinsatz passiert, den man zur Teilnahme am Lottospiel an die Lottogesellschaft zahlen muß. Offenbar ist den meisten Leuten einzig und allein wichtig, wie hoch der Gewinn ist. Aber es lohnt sich, auch einmal hinter die Kulissen zu schauen. Denn auf Ihren Lottoeinsatz erhebt der Staat Lottosteuer, d.h. ein nicht geringer Teil wird direkt dem zuständigen Finanzamt überwiesen. Die Lottogesellschaft betreibt die Lotterie auch nicht aus Gefälligkeit, sondern um Geld zu verdienen. Deshalb greift sie ebenfalls in die Einnahmenkasse. Lediglich der übrigbleibende Rest von nur 50% landet in der Kasse, aus der die Gewinne nach einem bestimmten Schlüssel ausbezahlt werden.

Es wird also in Summe erheblich weniger als Gewinn ausbezahlt, als die Lottospieler einzahlen. Der "Wirkungsgrad" beim Lottospielen ist daher ziemlich gering. Daß die Gewinnsumme beim Jackpot nicht selten recht hoch ist, ist genau der Tatsache zu verdanken, daß die Gewinnwahrscheinlichkeit sehr gering ist und es oft mehrerer Ziehungen bedarf, bis der Jackpot geknackt wird. Von der hohen Summe lassen sich leider viele Leute blenden.


Erhöhung der Gewinnchancen

Sicherlich werden auch Sie sich schon gefragt haben, wie Sie Ihre Gewinnchancen erhöhen können. Oft wird geraten, bestimmte Zahlen anzukreuzen wie z.B. den Geburtstag oder bestimmte Muster auf dem Spielschein. Da Lotto streng mathematischen Regeln folgt, ist dies natürlich genauso Quatsch wie die Aussage, man solle keine Zahlen tippen, die in der vorangegangenen Ziehung gezogen wurden. Da wie schon weiter oben angesprochen die Kugeln kein Gedächtnis besitzen, entspringt diese Empfehlung einem unzureichenden Mathematikverständnis.

Allerdings gibt es tatsächlich Möglichkeiten, seine Gewinnchancen zu erhöhen. Die allereinfachste Möglichkeit bieten die Lottogesellschaften bereits standardmäßig an: Auf einem Spielschein können Sie gleich mehrere Tips abgeben. Bei Abgabe nicht nur eines sondern mehrerer unterschiedlicher Tips erhöht sich nämlich die Gewinnwahrscheinlichkeit. Bei Abgabe nur eines Tips belegen Sie eine der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten. Bei zwei gleichzeitigen, unterschiedlichen Tips belegen Sie zwei der vielen Kombinationsmöglichkeiten, bei drei Tips sind es drei Kombinationsmöglichkeiten und so weiter. Die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht sich im gleichen Maße: Bei zwei Tips ist sie doppelt so hoch, bei drei Tips dreimal so hoch etc. wie bei nur einem Tip. Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken: Jeder Tip kostet Geld!

Man könnte es rein theoretisch auf die Spitze treiben und so viele Tips abgeben, wie es Kombinationsmöglichkeiten gibt. Dann nämlich würden Sie in jedem Fall gewinnen. Aber selbst wenn Sie soviel Geld hätten, um 139.838.160 Tips abgeben zu können, wäre dies ein arges Verlustgeschäft für Sie: Sie würden nur einen Bruchteil des eingesetzten Geldes als Gewinn zurückerhalten, obwohl Ihnen neben vielen Dreiern, Vierern etc. auch der Hauptgewinn sicher wäre. Denn einerseits halten wie in  Finanzielles dargestellt, Staat und Lottogesellschaft kräftig die Hand auf. Andererseits müssen die richtigen Tips der Mitspieler bezahlt werden, was Ihre Auszahlungssumme weiter drückt. Schlimmstenfalls müßten Sie den Jackpot mit etlichen Leuten teilen, die ebenfalls alle Zahlen incl. Superzahl richtig getippt haben.

Es wird wahrscheinlich ernüchternd für Sie sein, aber es gibt wirklich keine Methode, wie man die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, im Lotto zu gewinnen, ohne dafür mehr Geld ausgeben zu müssen und damit das Verhältnis von möglichem Gewinn zu Einsatz zu verschlechtern. Es gibt zwar einige "Geheimtips", wie man angeblich das Lottosystem ein wenig überlisten kann, aber diese sind absolut nicht zutreffend. Hier ein paar Beispiele:
  • Es ist egal, welche Zahlenkombination Sie tippen. Alle sind gleich wahrscheinlich.
  • Es ist egal, ob Sie immer die gleiche Zahlenkombination tippen oder bei jeder Ziehung eine andere.
  • Es ist egal, welche Zahlen bisher besonders oft gezogen wurden. Daß eine in der Vergangenheit bereits oft gezogene Zahl bei der nächsten Ziehung gezogen wird, ist genauso wahrscheinlich wie jede andere Zahl.
  • Für den Hauptgewinn ist nahezu* egal, ob Sie für eine einzige Ziehung viele Tips abgeben oder für viele Ziehungen je einen einzigen.
  • Es gibt keine mathematischen (oder andere) Methoden, das Ziehungsergebnis vorherzusagen.
  • Man kann keine Zahlen berechnen, deren Ziehungswahrscheinlichkeit höher oder geringer als die anderer Zahlen ist.
  • Die letzte Ziehung beeinflußt die nächste überhaupt nicht, d.h. man kann aus den letzten Zahlen weder eine Vorhersage für die nächste Ziehung ableiten noch bestimmte Zahlen ausschließen.
* Bei gleichzeitiger Tipabgabe ist die Chance nur ganz minimal höher als bei sequentieller. Die Chance auf einen Dreier oder Vierer erhöht sich bei gleichzeitiger Tipabgabe mit geschickt gewählten Zahlen (keine Überlappung der Zahlen) allerdings nennenswert.


Systemlotto

Oft werden die verschiedensten Dienste rund ums Lottospielen angeboten. Manche Firmen werben damit, durch ein besonderes System besonders hohe Gewinnchancen zu erzielen und nennen dies dann Systemlotto. Dieses Versprechen wird untermauert mit Listen, aus denen hervorgeht, wie oft in der Vergangenheit Gewinne erzielt wurden. Auf den ersten Blick sieht es sehr erfreulich aus, aber trotzdem ist es für Sie als Lottospieler ein Verlustgeschäft. Wenn man damit wirklich mehr Geld herausholen könnte als man hineinsteckt, wäre eine Firma ja schön blöd, wenn sie diese Gewinne nicht selbst einsteckt, sondern andere Leute daran teilhaben läßt.

Für einen Dreier gibt es (49 * 48 * 47) / (3 * 2 * 1) = 18.424 Kombinationsmöglichkeiten, für einen Vierer (49 * 48 * 47 * 46) / (4 * 3 * 2 * 1) = 211.876 und für einen Fünfer (49 * 48 * 47 * 46 * 45) / (5 * 4 * 3 * 2 * 1) = 1.906.884. Wenn eine solche Firma lediglich 10.000 Kunden hat, von denen jeder 10 Tips finanziert, kann sie für jede Ziehung 100.000 Tips abgeben. Statistisch gesehen ist ihr damit im Mittel ungefähr jede zweite Ziehung ein Vierer sicher und jede neunzehnte Ziehung ein Fünfer. Bei mehr Kunden ist die Gewinnwahrscheinlichkeit natürlich höher, so daß diese Firma dann mit hohen Gewinnwahrscheinlichkeiten werben kann. Das arg strapazierte Wort Systemlotto bezieht sich also nur darauf, daß man gleichzeitig viele Tips abgibt und so durch massiven finanziellen Einsatz die Gewinnchance erhöht. Dies ist jedoch für die Kunden absolut kein Vorteil: Das schöne Bild von vielen Gewinnen relativiert sich in Wahrheit nämlich dadurch, daß man sich den Gewinn mit den vielen anderen Kunden dieser Firma teilen muß. Ein Sechser bringt für den einzelnen Kunden daher lediglich lächerliche Beträge. Selbst das extrem seltene Ereignis eines geknackten Jackpots mit angenommenen 10 Millionen Euro würde lediglich 1000 Euro pro Kunde bringen, wenn man von der für die Gewinnsumme eher optimistischen Annahme ausgeht, daß die Firma lediglich 10.000 Kunden hat. Hinzu kommt, daß die Firma für ihre Tätigkeit vom Lottoeinsatz einen Teil in die eigene Kasse abzweigt. Sie verdient daher immer und insbesondere unabhängig davon, ob ihre Kunden gewinnen oder verlieren.

Als Systemlottoanbieter möchte man natürlich gern mit hohen Gewinnsummen werben, die bisherige Teilnehmer bereits gewonnen haben. Zwar ist es in Deutschland zulässig, Werbetexte -positiv ausgedrückt- sehr kreativ sprich optimistisch zu formulieren, was auch leidlich ausgenutzt wird, indem langatmig von einem tollen System und sich daraus ergebenden tollen Chancen spricht. Objektiv falsche Angaben dürfen jedoch nicht gemacht werden. Dem wird dadurch abgeholfen, daß die Gewinnchancen nicht für alle Kunden gleich sind. Dies kann beispielsweise durch ein rollierendes System erreicht werden, wobei eine kleine Anzahl von Personen bevorzugt wird und im Falle eines Gewinns einen um einen möglichst hohen Faktor erhöhten Auszahlungsbetrag erhält. Da die Gewinnsumme jedoch von der Lottogesellschaft vorgegeben wird, kann der Auszahlungsbetrag für einige wenige Personen nur dadurch deutlich angehoben werden, wenn er für die restlichen Kunden drastisch abgesenkt wird, d.h. selbst in höheren Gewinnklassen ist die Auszahlungssumme minimal. Das macht aber nichts: Man kann ja jetzt erstens plaktiv damit werben, daß hohe Summen zur Auszahlung kommen, und zweitens auch damit, daß bei sage und schreibe jeder zweiten oder dritten Ziehung das "Systemlotto" erfolgreich war. Daß die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot zu knacken und zum privilegierten Personenkreis zu gehören (nur dann erhält man eine nennenswerte Auszahlung), kaum höher ist als beim eigenständigen Tippen, wird natürlich geflissentlich verschwiegen. Und daß die höhere Gewinnwahrscheinlichkeit darauf beruht, daß oft ein Dreier unter tausenden Kunden aufgeteilt werden muß, wird natürlich ebensowenig erwähnt. Man versucht vielmehr, mit geschickter Wortwahl den Anschein zu erwecken, daß erstens die Gewinnsumme und zweitens die Gewinnwahrscheinlichkeit sehr hoch seien. Üblich ist es auch, den Kunden über die genauen Bedingungen im Unklaren zu lassen. Aus den Werbeprospekten gehen sie jedenfalls trotz vieler Worte nicht hervor. Dies sind denkbar schlechte Voraussetzungen für eine gute Geschäftsbeziehung.

Die Teilnahme am Systemlotto ist für einen Lottospieler ein finanzielles Fiasko: Wie schon unter  Finanzielles dargestellt, wird von der Lottogesellschaft nur ein Teil der Einnahmen als Gewinn ausgeschüttet. Da die Firma, die das Systemlotto betreibt, auch noch etwas von den Einnahmen abzweigt, wird die Bilanz noch ungünstiger. Die Gewinnchwahrscheinlichkeit ist zwar im Vergleich zum eigenständigen Tippen relativ hoch, aber die Gewinnsumme ist mickrig und liegt im Mittel weit unter dem Einsatz. Systemlotto ist daher aus Sicht des Kunden eine Geldvernichtungsmaschine, denn man zahlt als Kunde regelmäßig Geld ein und bekommt im Mittel einen kleinen Teil davon als Gewinn zurück. Bei einer privaten Tippgemeinschaft schmälert sich zwar auch die Gewinnsumme, aber wenigstens hält keine Firma noch zusätzlich die Hand auf.

Der Wirkungsgrad des Systemlottos (also im Mittel das Verhältnis von Gewinn zu Einsatz) ist derart gering, daß es für den Betreiber des Systemlottos sogar lukrativ wäre, mit den Einsätzen der Kunden nicht Lotto zu spielen, sondern diese auf die Bank zu legen und die anfallenden Gewinne davon zu bezahlen. Dies käme einer Lizenz zum Gelddrucken gleich, da man im Mittel weniger als die Hälfte der Einnahmen ausschütten müßte. Man müßte lediglich so viel Geld auf der Bank haben, daß man im worst case den Jackpot auszahlen könnte. Da dies die Steuereinnahmen des Staates schmälern würde, gehe ich jedoch davon aus, daß ein solches "Schattenlotto" nicht zulässig ist.


Lottotips

Wenn man sich die extrem geringe Gewinnchancen ansieht, muß der allererste Tip sein, auf das Lottospielen zu verzichten und stattdessen den Spieleinsatz anzusparen. Kennen Sie einen einzigen Menschen persönlich, der den Jackpot geknackt oder wenigstens über eine längere Zeit schon mehr gewonnen als eingesetzt hat? Die bei den allermeisten Menschen negative Antwort auf diese Frage sollte eigentlich ausreichen, das Lottospielen komplett einzustellen. Wenn Sie allerdings auf das Lottospielen nicht verzichten wollen, sollten Sie wenigstens für den Fall eines Gewinns dafür sorgen, daß Sie sich ihn nicht mit anderen Spielern teilen müssen. Bekanntlich werden zwei Sorten von Zahlen besonders gerne getippt: Zahlen, die Geburtstage ergeben, und Zahlen, die auf dem Lottoschein bestimmte Muster ergeben.

Eine Zahl, die in Geburtstagen besonders häufig vorkommt, ist die 19 für das Jahrhundert. Auch die Zahlen 1 bis 12 für die Monate werden häufig getippt. Dies gilt in abgeschwächter Form (weil sich die Tips auf mehr Zahlen verteilt) auch für die Zahlen zwischen 1 und 31 für den Tag im Monat. Die Zahlen ab 32 werden deutlich seltener getippt, besitzen aber absolut die gleiche Ziehungswahrscheinlichkeit wie alle anderen Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Sie im Falle eines Gewinns mit vielen anderen Leuten teilen müssen, ist bei diesen Zahlen deutlich geringer. Dies trifft auf einen simplen Dreier genauso zu wie auf einen Sechser.

Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen können Sie zwar nicht durch geschickte Wahl der Zahlen erhöhen, aber die zu erwartende Gewinnhöhe für den unwahrscheinlichen Fall eines Hauptgewinns können Sie beeinflussen, wenn Sie Zahlen wählen, die selten getippt werden.
   

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)