![]() |
Akkumulatoren |
Allgemeines Bestimmte Geräte müssen unabhängig vom Lichtnetz betreibbar sein. Bestes Beispiel sind Mobiltelefone, Notebooks, tragbare Musikgeräte, elektronische Spiele und Taschenlampen. Zudem kommt es immer mehr in Mode, daß Geräte, die bislang kabelgebunden betrieben wurden, unabhängig vom Lichtnetz einsetzbar sein sollen wie z.B. schnurlose Festnetztelefone, Rasierapparate und elektrische Werkzeuge. Dies bedeutet, daß man diese mit einer eigenen Energiequelle ausstatten muß. Batterien haben den Nachteil, daß man sie entsorgen muß, wenn sie leer sind, was nicht nur schlecht für die Umwelt sondern auch für den Geldbeutel ist. Daher werden vermehrt Akkumulatoren oder kurz Akkus eingesetzt, die man mit Hilfe von Ladegeräten am Lichtnetz immer wieder aufladen kann.Leider werden viele Akkus aus Unkenntnis heraus durch völlig falsche Handhabung und nicht selten auch durch unsinniges Sparen bei der Ladetechnik schon nach wenigen Ladezyklen unbrauchbar, d.h. ihre Kapazität geht derart drastisch zurück, daß man sie in der Praxis nicht mehr sinnvoll nutzen kann, weil sie trotz Volladung nur noch ganz kurz Energie liefern. Nickelcadmiumakkus (NiCd-Akkus) können beipielsweise bei sachgerechtem Gebrauch eine Lebensdauer von ca. 1000 Ladezyklen erreichen, im schlimmsten Fall aber durch Tiefentladung und/oder starkes Überladen schon nach einem einzigen Entladezyklus Schrott sein. Nachfolgend wird daher nicht so sehr auf kleinste Details von Aufbau und Funktion der verschiedenen Akkutypen eingegangen als vielmehr auf den sachgerechten Umgang und speziell das richtige Laden. Grundsätzlicher Aufbau von AkkusAkkus bestehen immer aus zwei Elektroden, die in eine Elektrolytlösung eintauchen, wie dies in
Beim Laden läßt man einen Strom durch den Akku fließen Ist der Akku geladen, kann man ihm solange Strom entnehmen (in FachbegriffeRund um Akkumulatoren und die damit zusammenhängende Ladetechnik gibt es einige wenige Fachbegriffe, die man kennen sollte. Der wohl am häufigsten gebrauchte ist die Akkukapazität. Darunter versteht man das physikalische Maß für die Energiemenge, die man einem vollgeladenen Akku unter bestimmten Randbedingungen entnehmen kann. Deren Einheit Ah (Amperestunden) bzw. bei kleineren Akkus mAh (Milliamperestunden,Kann man einem vollgeladenen Akku einen Strom von Der Begriff Ladung besitzt die gleiche Einheit. Während die Akkukapazität eine Kenngröße für das Strom-Fassungsvermögen des Akkus ist, verwendet man den Begriff Ladung um zu beschreiben, wieviel Energie man eingespeist bzw. entnommen hat oder wieviel Ladung ein Akku noch besitzt. Wenn man einem vollgeladenen 1-Ah-Akku eine Ladung von Selbstentladung ist ein weiterer Begriff, der im Zusammenhang mit Akkus gebräuchlich ist. Darunter versteht man die unerwünschte Eigenschaft, daß ein Akkumulator im Laufe der Zeit an Ladung verliert. Um beim Beispiel mit dem Wasserglas zu bleiben: Bei einem randvollen Glas Wasser verdampft täglich ein wenig Wasser, so daß es irgendwann einmal leer ist, ohne daß man auch nur einen Schluck getrunken hat. Elektronen können natürlich nicht verdunsten. Bei Akkus verschwinden daher keine Elektronen in die Umgebung sondern stehen lediglich durch unerwünschte interne chemische Reaktionen nicht mehr für die Stromabgabe zur Verfügung. Als letzter Fachbegriff sei die Nennspannung erwähnt. Die Spannung eines Akkus ist nämlich mitnichten ganz konstant, sondern ist im vollgeladenen Zustand am höchsten und geht bei Entladung mehr oder weniger stark zurück, bevor sie bei Tiefentladung (siehe nächster Abschnitt) fast schlagartig auf Unter Tiefentladung versteht man das "Ausquetschen" eines Akkus, bis dieser überhaupt keinen Strom mehr abgibt. Dabei sinkt die Spannung bis auf Bei der Entladung von Akkupacks, die aus mehreren Zellen bestehen, kann ein weiterer noch schlimmerer Effekt als die Tiefentladung auftreten: Das Umpolen. Durch herstellbedingte Toleranzen besitzten die Akkus keine absolut identische Kapazität. Wird ein Akkupack entladen, ist irgendwann die Akkuzelle mit der geringsten Kapazität leer, während seine geringfügig "größeren" Kollegen noch Strom liefern können, auch wenn es nur eine kurze Zeit ist. Diese Akkuzelle wird dann zunächst tiefentladen und anschließend zudem noch durch den Strom der anderen Zellen aufgeladen, aber fatalerweise mit falscher Polung (der Strom fließt ja im Vergleich zum regulären Laden umgekehrt). Dadurch wird sie irreversibel geschädigt. Selbst wenn es gelingt, sie sofort wieder richtig herum aufzuladen, hat sie einen großen Teil ihrer Kapazität eingebüßt, so daß sie beim nächsten Entladevorgang noch schneller umgepolt wird. BleiakkumulatorenAllgemeines / Aufbau Der Bleiakkumulator gehört zur Standardausrüstung eines jeden Autos. Fälschlicherweise wird er nicht selten als Batterie, Autobatterie, Motorradbatterie, Starterbatterie oder Bleibatterie bezeichnet. Als Batterie werden jedoch nicht wiederaufladbare Zellen bezeichnet, oft auch Primärzelle genannt. Die korrekte Bezeichnung Bleiakkumulator (oder kurz Bleiakku) rührt daher, daß die Elektroden aus Blei bestehen. Als Elektrolyt dient Schwefelsäure. Im geladenen Zustand besteht die positive Polplatte aus Bleidioxid (PbO2) und die negative aus blankem Blei (Pb). Beim Entladen bildet sich an beiden Platten feinverteiltes Bleisulfat (PbSO4).Bleiakkumulatoren sind aufgrund des stark ätzenden Elektrolyts im Falle eines Defekts potentiell gefährlich und bei nicht fachgerechter Entsorgung alles andere als umweltfreundlich, da Blei ein giftiges Schwermetall ist. Er muß daher unbedingt dem Recycling zugeführt werden, was in Deutschland mittlerweile Pflicht ist. Er ist zudem relativ schwer, voluminös und besitzt eine im Vergleich zu anderen Akkumulatortypen geringe Strombelastbarkeit. Zudem ist seine Selbstentladung mit 0,2 bis 1% pro Tag relativ hoch. Allerdings ist er vergleichsweise billig, robust und sehr einfach zu laden, weshalb er trotz seiner zahlreichen Nachteile im Automobilbereich nach wie vor ausschließlich eingesetzt wird. Eine Ausnahme bilden aus Gewichtsgründen lediglich Hybridfahrzeuge. Im Automobilbereich benutzte Akkumulatoren besitzen Bleielektroden, die gewollt extrem porös ausgeführt sind, um eine hohe Oberfläche pro Volumen zu erreichen. Durch die große Oberfläche kann der Akku viel Strom liefern, was eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Kaltstart ist. Zudem wird so eine vergleichsweise große Kapazität bei kleinem Volumen erreicht. Sie hat aber auch einen ganz entscheidenden Nachteil: Da die Bleielektrode einem Schwamm nicht unähnlich ist, bröckeln bei jedem Lade-/Entladevorgang winzige Teile der Elektrode ab, weil eine chemische Umwandlung der Elektroden erfolgt, die auch Auswirkungen auf die Stabilität haben. Einerseits verringert sich damit die wirksame Oberfläche, andererseits bildet sich sogenannter Batterieschlamm, der sich am Boden absetzt. Beim Autoakku reichen daher die Elektroden nicht bis ganz unten an den Boden, damit sich der teilweise leitfähige Batterieschlamm gefahrlos unten absetzen kann. Erreicht er aber die Elektroden, kann es zu einem Kurzschluß kommen, wodurch die betroffene Zelle unbrauchbar wird. Wenn man den Akku dauernd bis zur Kapazitätsgrenze entlädt und wieder auflädt, bröckelt relativ viel Material ab, was seine Lebensdauer sehr stark verkürzt. Autoakkus sind durch die Elektrodenstruktur vielmehr daraufhin ausgelegt, für kurze Zeit hohe Ströme liefern zu können. Sie mögen es aber nicht, wenn man ihnen viel Ladung entnimmt, weil dann die Elektroden wegbröckeln. Bei regulärem Betrieb ist das auch nicht der Fall: Nach einem Motorstart wird der Akku sofort wieder geladen. Bei Kurzstreckenautos oder bei Defekten am Generator ("Lichtmaschine") wird der Akku hingegen nicht genügend aufgeladen und befindet sich mehr oder weniger ständig im halb- bis nahezu ganz entladenen Zustand. Wenn ein Akku in diesem Zustand tagelang verharren muß, sulfatieren die Elektroden, was einer Kapazitätsverringerung gleichkommt, die nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden kann. Dies ist zusammen mit dem Batterieschlamm der Grund, warum Bleiakkus in Kurzstreckenautos meistens nicht sehr lange überleben. Dies kann man abmildern, indem man bei häufigem Kurzstreckenbetrieb den Akku regelmäßig mit einem Ladegerät vollädt. Ganz schlimm ist es, wenn man einen Autoakku zweckentfremdet (z.B. als vermeintlich preisgünstige Alternative zu speziell für Solaranlagen konstruierten Akkus) und regelmäßig bis zur Kapazitätsgrenze entlädt. Hierbei ist die Schlammbildung sehr hoch, was sich sehr ungünstig auf seine Lebensdauer auswirkt. Für Solaranlagen gibt es aus genau diesem Grund spezielle Akkus mit weniger porösen Elektroden, die starke Entladungszyklen deutlich besser wegstecken und auch eine geringere Selbstentladung besitzen. Autoakkus sind wie gesagt durch ihre Elektrodenstruktur dahingehend optimiert, daß sie kurzzeitig selbst bei niedrigen Temperaturen relativ hohe Ströme liefern können, da ihre Hauptaufgabe darin liegt, den Strom zum Starten des Motors zu liefern. Das Stromliefervermögen ist direkt proportional zur Plattenoberfläche, was auch erklärt, daß Akkus mit hohem Stromliefervermögen automatisch eine höhere Kapazität besitzen als solche mit kleinem Stromliefervermögen. Fahrzeuge mit Ottomotoren großen Hubraums und solche mit Dieselmotoren benötigen stärkere Anlasser als Fahrzeuge mit kleinem Ottomotor, die natürlich auch mehr Strom benötigen. Deswegen benötigen sie größere Akkus als Fahrzeuge mit kleinem Motor. Daß der Akku dabei auch eine größere Kapazität besitzt, ist entgegen landläufiger Meinung dabei nur ein Sekundäreffekt. Aus genau diesem Grund ist es auch nicht unsinnig, nach Möglichkeit einen Akku mit größerer Kapazität zu verwenden, wenn man in sein Fahrzeug eine Standheizung einbaut. Die höhere Kapazität braucht man dabei keineswegs, um den Strombedarf der Standheizung zu stillen, denn mit ungefähr Laden von Bleiakkus Bleiakkus sind empfindlich gegenüber Tiefentladung. Bereits eine einmalige Tiefentladung kann den Akku unbrauchbar machen, selbst wenn man ihn sofort wieder auflädt. Das Laden selbst ist sehr einfach: Man versorgt ihn mit Strom und beendet den Ladevorgang knapp unterhalb der Gasungsspannung von ca. Die Bordnetzspannung ist in den meisten Fahrzeugen nicht temperaturkompensiert. Dies hat zur Folge, daß bei hoher Akkutemperatur (also dann, wenn die Gasungsspannung geringer als bei niedriger Temperatur ist) die Bordnetzspannung höher als die Gasungsspannung ist. Dann wird das Wasser im Akku in Sauerstoff und Wasserstoff zersetzt und dabei verbraucht. Das Gasen ist nicht ganz so schlimm, aber dabei sinkt der Flüssigkeitsstand. Liegt der Flüssigkeitsstand längere Zeit so niedrig, daß die Platten nicht mehr komplett von Säure umgeben sind, verlieren die trockenen Plattenteile ihre Stromspeicherfähigkeiten, sodaß sich die Kapazität verringert. Probleme im Winter werden daher meistens durch nachlässige Pflege im Sommer gelegt. Es ist also wichtig, vor allem im Sommer öfter den Säurestand des Akkus zu überprüfen und ggf. Wasser nachzufüllen. Sofern es sich bei Ihrem Auto-Akku nicht um einen "wartungsfreien" Typ handelt, haben Sie meistens durch Entfernen von 6 Schraubstöpseln oder einer Kunststoffleiste Zugang zum Elektrolyten und können im Bedarfsfall problemlos destilliertes Wasser nachfüllen. Sie sollten alle 1 bis 2 Monate (bei hoher Kilometerleistung öfter) überprüfen, ob der Flüssigkeitsstand noch ausreichend hoch ist. Bei durchsichtigen Akkus ist der Sollfüllstand meistens durch eine Markierung auf der Seite des Akkus gekennzeichnet. Falls eine solche fehlt, sollte der Flüssigkeitsstand Sollten Sie Ihren Akku z.B. durch vergessenes Ausschalten der Beleuchtung stark entladen oder sogar tiefentladen haben, dürfen Sie ihn keinesfalls mit einem Schnelladegerät aufladen. Denn durch den hohen Ladestrom würde er endgültig Schaden nehmen. Auch wenn es lange dauert, sollten Sie ihn lediglich mit einem geringen Strom aufladen. Das mag er auch im Normalbetrieb am liebsten. Als Faustregel sollte der Strom ein Zehntel der Akkukapazität nicht überschreiten, darf allerdings gerne geringer sein. Bei einem Akku mit einer Kapazität von beispielsweise ![]() Bild 1: Einfaches Ladegerät für Bleiakkus Wie Sie in ![]() Bild 2: Gleichgerichtete Wechselspannung Der Spitzenwert der Spannung US beträgt üblicherweise ca. Wenn Ihnen das Malheur eines entladenen Akkus über Nacht passiert ist, sie morgens zügig zur Arbeit fahren müssen und keine Starthilfe durch ein anderes Fahrzeug möglich ist, müssen Sie natürlich nicht den Akku ganz aufladen. Es reicht aus, ihn soweit zu laden, daß Sie den Motor starten können. Solange der Akku nicht eingefroren ist (siehe unten) und Ihr Auto normalerweise sofort anspringt, reicht hierfür als Richtwert eine Viertelstunde mit einem Ladestrom von einem Zehntel der Nennkapazität aus. Schalten Sie vor dem Startversuch alle Stromverbraucher (Licht, Heckscheibenheizung, Lüftung, Sitzheizung, Klimaanlage bzw. Standheizung etc.) aus. Nach dem Start sollten Sie nur die wirklich notwendigen Stromverbraucher einschalten (also keine Heckscheibenheizung, keine Sitzheizung, keine Nebelleuchten etc.) und sofort losfahren, wobei Sie ausnahmsweise eine niedertourige Fahrweise vermeiden sollten. Wenn Sie an Ampeln o.ä. anhalten müssen, sollten Sie mit dem Fuß soviel Gas geben, daß der Motor mit mindestens 2000 Umdrehungen pro Minute dreht, auch wenn der Neben- oder Hintermann sich deswegen aufregt. Ansonsten besteht die Gefahr, daß der Generator weniger Strom liefert als verbraucht wird. Als Folge würde der Akku nicht geladen sondern entladen, weswegen der Motor bei einer längeren Rotphase auszugehen droht. Durch die beschriebene Vorgehensweise sollte der Akku auch bei relativ kurzer Fahrstrecke genügend geladen sein, um den Motor für den Rückweg zu starten. Wieder zu Hause gönnen Sie ihm dann mit einem Ladegerät am besten eine sanfte Volladung oder fahren Sie auf dem Rückweg wenigstens eine längere Strecke mit nicht zu niedriger Drehzahl über Land mit möglichst wenigen eingeschalteten elektrischen Verbrauchern, um ihn wenigstens teilweise aufzuladen, und informieren Sie sich dann, wo Sie ihn baldmöglichst aufladen lassen können (Werkstatt, Tankstelle, ausgeliehenes Ladegerät o.ä.). Sollte der Akku am nächsten trotz dieser Sonderbehandlung Morgen wieder schlapp machen, können Sie mit ziemlicher Gewißheit davon ausgehen, daß er das Ende seines Lebens erreicht hat. Eine Messung der Säuredichte im vollgeladenen Zustand (siehe nächstes Kapitel) bringt diesbezüglich endgültige Gewißheit. Wenn Sie ihr Fahrzeug über Winter stillegen, sollten Sie dem Akku während dieser Zeit im Interesse einer langen Lebensdauer ein bißchen Aufmerksamkeit gönnen. Wenn möglich, sollten Sie den Akku ausbauen und an einem frostfreien, trockenen Ort überwintern. Bei modernen Fahrzeugen kann das Abklemmen allerdings zu Problemen führen (Verlust der Adaptionswerte der Motorsteuerung, Eintippen des Sicherheitscodes des Radios erforderlich etc.), weshalb das Ausbauen nicht praktikabel ist und daher der Akku besser im Fahrzeug verbleibt. Ideal ist es in beiden Fällen, wenn der Akku von einem speziellen kleinen Ladegerät mit einem geringen Strom vollgeladen gehalten wird. Dagegen spricht, daß ein solches Ladegerät dann 24 Stunden am Tag Strom verbraucht, und zwar deutlich mehr, als der Akku zum Ladeerhalt benötigt. In der Praxis sinnvoll ist es, rund alle 2-4 Wochen den Akku nachzuladen und dann das Ladegerät wieder abzuklemmen. Seit einigen Jahren werden Geräte angeboten, die die Akkus zyklisch entladen und dann wieder volladen. Was bei NiCd-Akkus noch beschränkt Sinn macht, ist bei Auto- und Motorradakkus wegen des dabei erhöhten Anfalls an Batterieschlamm kontraproduktiv, weshalb man sich besser darauf beschränken sollte, den Akku regelmäßig nur vollzuladen. Ladestand von Bleiakkus Mit Hilfe eines im Volksmund Batteriesäureheber genannten Aräometers, das Sie für wenig Geld im Fachhandel erwerben können, können Sie die Dichte des Elektrolyten messen. Dabei muß man aufpassen, daß man weder zuviel noch zu wenig Säure ansaugt. Der kleine Schwimmer muß frei und unbehindert schwimmen können, d.h. er darf weder durch zuviel Säure im Säureheber oben anschlagen (und dadurch eine zu geringe Dichte anzeigt) noch durch zu wenig Säure unten aufliegen (wodurch er eine zu hohe Dichte anzeigt). Am Aräometer können Sie bei einem neuen Bleiakku direkt ablesen, ob der Akku ganz geladen Seien Sie beim Überprüfen der Säuredichte bitte sehr vorsichtig und tragen Sie neben alter Kleidung unbedingt eine Schutzbrille. Denn bereits ein kleiner Spritzer Schwefelsäure brennt Löcher in die Kleidung bzw. die Haut und kann schlimmstenfalls zur Erblindung führen, falls er in die Augen gerät. Spülen Sie betroffene Stellen im Falle des Falles sofort mit viel Wasser ab. Ist Säure in die Augen gekommen, müssen Sie sie sofort mit viel Wasser ausspülen und unbedingt direkt nach dem Ausspülen einen Augenarzt aufsuchen. Falls Sie diesen nicht schnellstmöglichst aus eigener Kraft aufsuchen können, verständigen Sie sofort den Rettungsdienst, denn Ihr Augenlicht steht auf dem Spiel. Aufgrund dieser Gefahren sollten Sie die Dichte der Akkusäure nur dann bestimmen, wenn es unbedingt notwendig ist. Spülen Sie den Aräometer nach Gebrauch unter reichlich fließendem Wasser ab und spülen Sie auch das Innere gut aus, damit der Aufbewahrungsort nicht infolge von Säureresten Schaden nimmt. Kälteverhalten von BleiakkusWie schon oben beschrieben ändert sich die Dichte des Elektrolyts (Schwefelsäure) mit dem Ladezustand. Leider ändert sich mit der Säuredichte auch der Gefriepunkt. Ein vollgeladener Bleiakku mit einer Säuredichte vonWenn die Säuredichte permanent niedrig ist und auch durch Volladung kaum steigt, können Sie zwar damit bis zum Exitus des Akkus weiterfahren, aber es macht großen Sinn, ihn durch einen neuen zu ersetzen. Denn er wird ohnehin ausfallen, und zwar vorzugsweise dann, wenn Sie es am wenigsten gebrauchen können, nämlich wenn es kalt, dunkel und ungemütlich ist. Wenn Sie zudem morgens viel Zeit haben, können Sie mit Starthilfe, Nachladen etc. die Gebrauchsdauer zwar noch um ein paar Wochen verlängern, aber deutlich mehr Sinn macht es, gleich nach einem neuen Akku Ausschau zu halten. Denn solange Ihr Fahrzeug noch relativ problemlos anspringt, haben Sie noch die Chance, mehrere Läden abklappern und so preiswerten Ersatz finden zu können (die Preisunterschiede sind teilweise enorm). Ist der Akku endgültig platt, haben Sie diese Chance vertan und müssen u.U. das nächstbeste und damit eher teure Angebot annehmen. Wenn Sie schon aus Kostengründen den alten Akku unbedingt bis zu dessen Tod aufbrauchen wollen, sollten Sie sich wenigstens rechtzeitig einen neuen Akku kaufen und diesen im vollgeladenen Zustand samt eines 13er Ring- oder Gabelschlüssels im Auto mitführen, um größere Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Nickelcadmiumakkus (NiCd)Allgemeines / Aufbau Bei Nickel-Cadmium-Akkus besteht, wie die Bezeichnung vermuten läßt, eine Elektrode aus Nickel, die andere aus Cadmium. Die Nickelelektrode bildet dabei den positiven Pol und die Cadmiumelektrode den negativen. Als Elektrolyt wird Kalilauge verwendet. Zwar gibt es für Hochstromanwendungen NiCd-Akkus in einer Bauform, wie sie bei Bleiakkus üblich ist (d.h. Platten, die in den Elektrolyten eintauchen), aber viel bekannter sind die Bauformen als Rundzelle, wie sie auch bei ganz normalen Batterien für die Unterhaltungselektronik und Beleuchtungstechnik üblich sind. Hierbei liegen die Elektroden durch einen hauchdünnen Abstandshalter getrennt aufeinander und werden aufgewickelt. Der Wickel kommt dann in ein zylindrisches Metallgehäuse, in das nach Kontaktierung der Elektrolyt eingefüllt wird. Dann wird der Akku hermetisch versiegelt. Nachfolgend finden Sie eine Aufstellung einiger weitverbreiteter Akkubauformen:
Nickelcadmiumakkus sind der Akkutyp schlechthin, wenn Geräte mit hoher Stromaufnahme wie Fotoblitzgeräte, Akkuschrauber etc. versorgt werden müssen. Sie besitzen einen sehr niedrigen Innenwiderstand und liefern daher hohe Ströme, ohne daß die Spannung allzusehr in die Knie geht. Selbst eine kleine, qualitativ nicht sehr hochwertige Mignonzelle besitzt in der Regel einen Kurzschlußstrom von immerhin ca. Leider sind NiCd-Akkus vor allem aufgrund des verwendeten Cadmiums, einem giftigen Schwermetall, nicht gerade besonders umweltfreundlich, falls sie unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Sie müssen nach Erreichen der Lebensdauer oder im Falle eines Defekts daher unbedingt dem Recycling zugeführt werden. Jeder Händler in Deutschland, der Akkus verkauft, ist übrigens zur Rücknahme gesetzlich verpflichtet. Unverständlicherweise soll trotz des existierenden Recyclingzwangs per EU-Verordnung der Verkauf von NiCd-Akkus wegen des Cadmiums verboten werden, obwohl es nicht für alle Anwendungsfälle geeigneten Ersatz gibt. Für die ebenfalls schwermetallhaltigen Bleiakkus ist hingegen in absehbarer Zeit wundersamerweise kein Verbot geplant. Laden von NiCd-Akkus Ganz wichtig ist die richtige Ladetechnik, denn anhand der Zellenspannung kann man so gut wie überhaupt nicht auf den Ladezustand schließen, weil sie außer vom Ladezustand noch von weiteren Faktoren wie z.B. der Temperatur abhängt. Lediglich wenn die Zellenspannung bei Raumtemperatur unbelastet unter ca. Nur wenig besser sind Ladegeräte mit Zeitsteuerung, bei denen nur solange geladen wird, bis rein rechnerisch ein absolut leerer Akku vollgeladen ist. Nicht ganz leere Akkus werden gnadenlos überladen. Aufgrund der unterschiedlichen Kapazität von Akkus gleicher Baugröße muß zudem der Ladestrom oder alternativ die Ladezeit einstellbar sein, was bei einer fehlerhaften Einstellung ebenfalls zur Überladung führt. Die Problematik der Überladung teilentladener Akkus bekommt man zwar durch Ladegeräte in den Griff, die die Akkus vor dem Laden erst einmal vollständig entladen, aber die Probleme, daß die tatsächliche von der Nennkapazität abweichen kann und daß man durch eine fehlerhafte Wahl des Ladestroms überladen kann, bleibt jedoch. Was passiert, wenn man einen Akku mit Um NiCd-Akkus nicht beim Laden zu schädigen, ist die Verwendung von Ladegeräten mit einer elektronischen "Akku-Voll"-Erkennung unumgänglich. Hierbei wird der Spannungsverlauf beim Laden beobachtet und der Ladevorgang unabhängig vom ursprünglichen Ladezustand und von der Kapazität rechtzeitig beendet. Die Qualität eines solchen Ladegeräts steht und fällt mit dem Algorithmus, der die Volladung erkennen soll. Bei besseren Geräten, die von einem kleinen Mikrocontroller gesteuert werden, ist die sogenannte Delta-U-Abschaltung weit verbreitet (oft als ΔU- oder dU-Abschaltung bezeichnet). Sie nutzt aus, daß beim Laden eines leeren Akkus die Spannung erst einmal ansteigt, um bei Volladung ein Spannungsmaximum zu erreichen. Beim weiteren Laden sinkt die Zellenspannung dann wieder ein bißchen. Der geringe Spannungsrückgang wird im Fachjargon als ΔU bezeichnet (griech. Δ = Delta, mathematisch gern zur Kennzeichnung von Unterschieden verwendet). Geräte mit Delta-U-Abschaltung überprüfen daher andauernd die Zellenspannung darauf, ob sie im Laufe des Ladevorgangs um ein paar mV (Millivolt, d.h. tausendstel Volt) sinkt, und beenden dann den Ladevorgang. Das Problem dabei ist, einen Spannungsrückgang um wenige mV sicher zu erkennen, denn man will ja nicht z.B. infolge geringer Störungen bei halbvollem Akku die Ladung beenden. Die Folge ist, daß etliche Ladegeräte einen relativ hohen Spannungsrückgang benötigen, um eine Volladung zu detektieren. Dies bedeutet aber gleichzeitig, daß der Akku immer ein bißchen überladen wird. NiCd-Akkus sind diesbezüglich zwar relativ tolerant, aber es wäre besser, nicht den Spannungsrückgang abzuwarten, sondern bereits im Spannungsmaximum das Laden zu beenden. Gute Ladegeräte können das Spanungsmaximum sicher erkennen oder benötigen zumindest nur einen winzig kleinen Spannungsrückgang. Man erkennt sie daran, daß die Akkus auch kurz vor Ladeende nicht heiß werden. Wenn eine rechtzeitige Abschaltung gegeben ist, kann man mit relativ hohen Ladeströmen arbeiten, welche den Vorteil haben, daß die Bildung von großen Kristallen im Akku mit einhergehender Kapazitätsverminderung und Vergrößerung des Innenwiderstands verhindert wird. Man kann auf diese Weise gefahrlos einen NiCD-Akku in weniger als einer Stunde laden. Zu hohe Ladeströme sollte man allerdings vermeiden, weil sich dann der Akku durch die ohmschen Verluste unzulässig erwärmt. Im Interesse einer möglichst hohen nutzbaren Kapazität, eines niedrigen Innenwiderstands und einer langen Lebensdauer sollte man Ladezeiten von möglichst 1 bis 4 Stunden anstreben. Normalerweise nicht unbedingt notwendig aber ein netter Zusatz ist das Reflexladen. Dieses wurde in den 50er Jahren erfunden und bedeutet, daß man den Akku während des Ladevorgangs regelmäßig ganz kurz entlädt. Der Sinn besteht darin, beim Ladevorgang in der Zelle an der positiven Elektrode entstehende Sauerstoffbläschen, die die wirksame Elektrodenoberfläche reduzieren, weil sie keinen Strom leiten können, durch ganz kurze Entladeimpulse mit wenigen Millisekunden (=tausendstel Sekunden) Länge wieder zu binden. Dadurch verringert sich während des Ladevorgangs der Innenwiderstand, wodurch der Akku sich weniger durch den fließenden Strom erwärmt. Dies kann man einerseits ausnutzen, um den Akku beim Laden durch die niedrigere Temperatur zu schonen, oder aber andererseits, um bei gleicher Akkutemperatur mit einem höheren Ladestrom arbeiten zu können. Für kleinere Akkupacks mit 4 bis 10 Zellen nahezu ideal ist beispielsweise das von einem Microcontroller gesteuerte, mit ca. Soweit irgendwie möglich, sollte man NiCd-Akkus mit einem Ladegerät laden, das die Zellen einzeln überwacht. Der Grund liegt darin, daß die Kapazität der Zellen nie absolut gleich ist. Deswegen sind sie bei gleichem Ladestrom auch zu unterschiedlichen Zeiten voll. Ladegeräte mit sogenannter Einzelschachtüberwachung laden und überwachen die Zellen völlig unabhängig voneinander, sodaß man sie nicht notwendigerweise zeitgleich ins Ladegerät einsetzen muß. Sind die Akkus jedoch in Form eines Akkupacks fest miteinander verbunden, ist eine Überwachung der einzelnen Zellen natürlich nicht möglich. Dabei kann es passieren, daß eine Zelle infolge Volladung bereits einen Spannungsrückgang zeigt, während alle anderen Zellen dieses Akkupacks noch an Spannung zulegen, sodaß die Gesamtspannung noch leicht steigt. Das Ladegerät kann dann nicht erkennen, daß der erste Akku bereits voll ist, und sinnvollerweise das Laden dann beenden. Der Ladevorgang wird vielmehr fortgesetzt, bis weitere Zellen voll sind und die Gesamtspannung sinkt. Dabei wird immer mindestens eine Zelle überladen, z.T. sogar massiv, wobei diese geschädigt wird und an Kapazität verliert. Beim nächsten Laden ist sie noch früher voll, wird daher noch weiter überladen, verliert noch mehr Kapazität Memory-EffektÜber den Memory-Effekt von NiCd-Akkus gibt es zahlreiche Berichte und auch die wildesten Mythen. Hierunter versteht man den Effekt, daß ein Akku, der vor dem Laden stets nur teilentladen wird, sich "merkt", daß seine ganze Kapazität nie wirklich benötigt wird und dies mit einem Kapazitätsrückgang quittiert. Erklärt wird dies mit der Bildung größerer Kristalle, die eine geringere Oberfläche besitzen als viele kleine (die Kapazität verhält sich proportional zur Oberfläche). Der Memory-Effekt läßt sich beseitigen, wenn man den Akku mehrfach mit hohem Strom bis auf ca.Es gibt noch einen anderen Effekt, der sich so äußert, daß die Kapazität zurückgeht, wenn man einen NiCd-Akku immer nur mit geringen Strömen beaufschlagt, selbst wenn man ihn weder tiefentlädt noch überlädt. Die Ursache: Das Laden mit geringen Strömen hat eine lange Ladezeit zur Folge, was eine ideale Voraussetzung für das Wachstum größerer Kristalle sind, die bei gleichem Volumen eine geringere Oberfläche als kleine Kristalle besitzen. Da sich die Kapazität direkt proportional zur Oberfläche verhält und der Innenwiderstand umgekehrt proportional, ergibt sich so ein Kapazitätsrückgang und gleichzeitig eine Erhöhung des Innenwiderstands. Der erhöhte Innenwiderstand hat zur Folge, daß an ihm bei gleichem Entladestrom mehr Spannung abfällt, wodurch die außen meßbare Zellenspannung sinkt. Verbraucher mit Betriebsspannungsüberwachung wie z.B. Digitalkameras gehen dann von einer leeren Batterie aus und schalten ab, obwohl die Kapazität noch nicht erschöpft ist. Dies führt zu einem nicht realen aber vom Benutzer gefühlten Kapazitätsrückgang, da diesem vom jeweiligen Gerät "Akku/Batterie leer" gemeldet wird, obwohl diese Meldung nicht korrekt ist. Dieser als "lazy accu effect" bezeichnete Effekt ist reversibel, d.h. er kann wie der Memoryeffekt durch einige Lade-/Entladezyklen mit höherem Strom rückgängig gemacht werden, was dazu führt, daß er häufig mit dem Memory-Effekt verwechselt wird. NiCd-Akkus in der PraxisNiCd-Akkus sollten vorzugsweise bei Geräten mit mittlerer oder hoher Stromaufnahme verwendet werden. Wenn das Blitzgerät nicht mehr lädt oder der Akkuschrauber nur noch kraftlos dreht, sollten Sie nicht versuchen, das letzte Quentchen Strom aus den Akkus zu quetschen. Denn dabei werden sie tiefentladen. Einzelne Zellen weden möglicherweise sogar umgepolt, was sich kapazitätsvermindernd bis hin zum Totalschaden auswirkt. Leider gibt es nur wenige NiCd-/batteriebetriebene Geräte, die den Entladevorgang überwachen und bei Erreichen der Entladeschlußspannung eine weitere Entladung unterbinden, so daß Sie als Benutzer einen erheblichen Einfluß auf das Wohl und Wehe Ihrer NiCd-Akkus haben. Laden Sie sie baldmöglichst auf anstatt sie zu quälen, und verwenden Sie währenddessen einen zweiten Satz Akkus. Dieser kostet nicht die Welt und hält bei sachgerechter Handhabung und einem guten Ladegerät sehr lange. Unbenutzte Akkus sollten Sie aufgrund der Selbstentladung ungefähr alle 1 bis 2 Monate nachladen, damit sie auch für unverhoffte Fälle einsatzbereit und nicht im unpassendsten Moment leer sind und dann doch kaputtgequält werden. Durch gelegentliche vorherige Entladung mit relativ hohem Strom, was Sie bei guten Ladegeräten einstellen können, wird verhindert, daß der Akku mit der Zeit schlapp wird ("lazy accu effect"). Werden die Akkus in Geräten mit hoher Stromaufnahme wie z.B. Elektrowerkzeugen benutzt, ist dies jedoch unnötig, weil sie selbst die Akkus mit hohem Strom entladen.Neu gekaufte Akkus sind immer fast vollständig entladen und müssen vor der ersten Verwendung erst einmal aufgeladen werden. Sofern Sie ein gutes Ladegerät mit Entlademöglichkeit und Delta-U-Abschaltung besitzen, sollten Sie sie einige wenige Male hintereinander laden und entladen, um sie richtig fit zu machen. Wenn eine anfänglich etwas geringere Kapazität nichts ausmacht, können Sie sie nach dem erstmaligen Aufladen aber auch sofort im Gerät verwenden. Ob das Entladen durch das Ladegerät oder das akkubetriebene Gerät erfolgt, ist völlig egal. Auch hierbei baut sich nach einigen Zyklen die Nennkapazität auf. Das mehrmalige vollständige Entladen mit nachfolgendem Aufladen hilft auch oft bei Akkus, die offenbar in ihrer Leistungsfähigkeit nachgelassen haben. Allerdings hat irgendwann einmal jeder Akku seine Lebensdauer erreicht. Wofür NiCd-Akkus überhaupt nicht geeignet sind, sind Geräte mit geringer Stromaufnahme wie z.B. Uhren, denn einerseits müssen sie aufgrund der relativ hohen Selbstentladung alle paar Monate ausgewechselt werden, andererseits sind die Akkus bereits tiefentladen, wenn die Uhr stehenbleibt. Selbst wenn Sie die Akkus rechtzeit wieder aufladen, gewöhnen sich NiCd-Akkus an die geringen Entladeströme und lassen in ihrer Leistungsfähigkeit nach. Für solche Anwendungen sollte man keine Akkus sondern Alkali-Mangan-Batterien verwenden, auch wenn man aus Gründen des Umweltschutzes Batterien eigentlich nicht mag. Nickelmetallhydridakkus (NiMH)Allgemeines / Aufbau Nickelmetallhydridakkus sind im Prinzip genauso aufgebaut wie Der größte Nachteil von NiMH-Akkus ist jedoch, daß der Innenwiderstand erheblich höher ist, so daß bei Hochstromanwendungen wie z.B. Fotoblitzgeräten und Akkuschraubern NiCd-Akkus nach wie vor die bessere Wahl sind. Bei Akkuschraubern und anderen Elektrogeräten kann man dieses Manko durch eine höhere Zellenzahl und damit höhere Betriebsspanung teilweise kompensieren, da bei gleicher Leistung dann ein geringerer Strom erforderlich ist, den auch NiMH-Zellen liefern können. Bei schon vorhandenen Geräten wie z.B. Blitzgeräten mit ihrer vorgegebenen Zellenzahl ist dies natürlich nicht möglich. Nachteilig gegenüber NiCd-Akkus sind zusätzlich der deutlich geringere zulässige Temperaturbereich (unter Ideal sind NiMH-Akkus für Geräte mit mittlerer Stromaufnahme wie z.B. Taschenlampen, tragbare Musikgeräte, elektronische Spiele und Digitalkameras. Auch viele schnurlose Festnetztelefone und Rasierapparate sind mit ihnen ausgerüstet. Aufgrund der Gefahr der Tiefentladung sollten NiMH-Akkus (auch nicht die selbstentladungsarmen Typen) nicht in Geräten mit niedriger Stromaufnahme wie z.B. Uhren verwendet werden: Wenn die Uhr bei nahezu völlig leergesaugtem Akku stehenbleibt, ist sehr oft der Akku bereits irreparabel geschädigt. Laden von NiMH-Akkus Ein weiterer Nachteil ist, daß NiMH-Akkus Überladung noch deutlich schlechter als NiCd-Akkus vertragen. Auch gegenüber Tiefentladungen sind sie deutlich sensibler; man sollte daher noch weniger als bei NiCd-Akkus versuchen, die letzten Elektronen aus dem Akku zu quälen. Ohne Ladegerät mit wenigstens Delta-U-Abschaltung und Einzelschachtüberwachung macht wegen der Empfindlichkeit gegenüber Überladung die Verwendung von NiMH-Akkus überhaupt keinen Sinn. Wenn Sie ein Gerät mit Abschaltung im Spannungsmaximum besitzen, ist dieses natürlich neben NiCd- auch für NiMH-Akkus hervorragend geeignet. Bei Geräten mit Delta-U-Abschaltung ist dies leider nicht immer der Fall. Vor allem billige Geräte benötigen einen zu hohen Spannungsrückgang, wodurch die Zellen überladen und infolgedessen heiß werden, was sich in einer reduzierten Lebensdauer niederschlägt. Ein Ladegerät ist normalerweise ein Investitionsgut, das man nur sehr selten ersetzt. Insofern macht es sich im Laufe der Zeit bezahlt, nicht an der falschen Stelle zu sparen und lieber gleich ein hochwertiges Ladegerät zu kaufen. Mit diesem kann man sowohl NiCD- als auch NiMH-Zellen laden. NiMH-Zellen muß man aufgrund ihres höheren Innenwiderstands langsamer laden als NiCd-Zellen, um eine unzulässige Temperaturerhöhung zu vermeiden. Andererseits muß bei Geräten mit Delta-U-Abschaltung der Ladestrom groß genug sein, damit sich ein verwertbarer Spannungsrückgang einstellt, der auf einem Temperaturanstieg in der Zelle beruht. Ist der Strom zu gering, steigt die Zellentemperatur nicht genügend an, um einen ausreichenden Spannungsrückgang für die Ladeendeerkennung zu provozieren. Je nach Ladegerät und Ladeverfahren sollte die bei völlig leerem Akku zu erwartende Ladezeit möglichst zwischen 2 und Während es viele NiCd-Zellen tolerieren, gelegentlich bis auf wenige zehntel Volt entladen zu werden (nach Abschalten der Last steigt dann die Leerlaufspannung sofort auf ca. NiMH-Zellen werden wie ihre NiCd-Kollegen im nahezu entladenen Zustand ausgeliefert. Nach dem Kauf müssen sie also ebenfalls erst einmal geladen werden. Wer seinen Akkus etwas Gutes tun will, sollte das allererste Aufladen (auch Formieren genannt) möglichst schonend durchführen, d.h. mit eher niedrigem Ladestrom. Dies macht aber nur Sinn, wenn Ihr Ladegerät das Aufladen mit relativ geringem Ladestrom unterstützt d.h. in der Lage ist, das Ladeende korrekt zu bestimmen. Für viele Ladegeräte ist der Spannungsrückgang der Zellenspannung bei Volladung zu gering, wenn mit geringem Strom geladen wird, was eine Überladung zur Folge hätte, die die Zellen schädigt. In diesem Fall sollten Sie lieber mit normalem (d.h. eher hohem) Ladestrom laden. Nach dem ersten Aufladen besitzen auch NiMH-Akkus noch nicht ganz ihre maximale Kapazität. Diese wird erst nach einigen Lade- und Entladezyklen erreicht. Das Entladen kann dabei durchaus auch durch den Betrieb von Geräten erfolgen, sofern die anfänglich etwas geringere Kapazität nicht stört. Alle auf die Erstladung folgenden Ladevorgänge sollten mit tendenziell hohem Ladestrom erfolgen (d.h. sodaß der Akku in weniger als Ultraschnelladung von NiMH-AkkusNahezu alle heute erhältlichen NiMH-Akkus sind schnelladefähig. Der Ladestrom wird dabei nach oben hin prinzipiell durch zwei Faktoren begrenzt: Die durch den Ladestrom verursachte Wärmeentwicklung und die sichere Erkennung eines vollgeladenen Akkus. Hitze ist für NiMH-Akkus schädlich; wenn sie beim Laden oder Entladen deutlich mehr als handwarm werden, wirkt sich das negativ auf die Lebensdauer aus. Wärme wird dabei deshalb erzeugt, weil erstens die Übergangsstellen und Verbindungsleitungen im Akku einen ohmschen Widerstand bilden, der bei Stromfluß warm bzw. heiß wird (je höher der Strom desto mehr). Zweitens geschieht die elektrochemische Umwandlung mit einem Wirkungsgrad von weniger als 100%, sodaß auch hier eine Verlustleistung anfällt, die zur Erwärmung beiträgt. Wenn mit hohen Ladeströmen gearbeitet wird, ist eine sichere und vor allem schnelle Erkennung des Zustands "Akku vollgeladen" unabdingbar, da ab dem Zeitpunkt der Volladung der Akku keinen weiteren Strom mehr speichern kann und somit ein weiterhin anliegender Ladestrom eine große Verlustleistung erzeugt, wodurch der Akku sehr heiß wird. Gleichzeitig werden im Akku Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt, die aufgrund der vergleichsweise großen erzeugten Mengen keine Zeit haben, wie bei niedrigen Strömen langsam miteinander zu reagieren. Dadurch steigt der Innendruck schnell stark an und bringt das Überdruckventil zum Bersten. Der Akku befindet sich dann in den ewigen Jagdgründen. Zudem ist dies wegen der austretenden Kalilauge nicht ganz ungefährlich.Es werden durchaus Ladegeräte angeboten, die versprechen, konventionelle NiMH-Akkus in 15 Minuten zuverlässig laden zu Die sicherste und zuverlässigste Methode, den Ladestrom rechtzeitig abzuschalten, wäre die Überwachung des Innendrucks der Akkuzellen. Genau diesen Weg geht Varta mit ihren Akkus namens "15 minute charge&go" bzw. "Photo 15 minute". Diese Akkus besitzen einen in den Akku integrierten Druckschalter, der ab einem bestimmten Überdruck in der Zelle ein Schaltsignal liefert. Dieses Schaltsignal wird über einen zusätzlichen Kontakt am Akku nach außen geführt. Die von Varta verkauften, proprietären Ladegeräte können dieses Schaltsignal auswerten sprich den Ladestrom dann abschalten, wodurch die sehr schädliche Überladung verhindert wird. Leider sind weder diese Akkus noch die speziellen Ladegeräte besonders preisgünstig. Zudem sind die Akkus nur in den Bauformen AAA (Micro) und AA (Mignon) erhältlich. NiMH-Akkus mit niedriger Selbstentladung![]() Seit Mitte 2006 sind in Deutschland weiterentwickelte NiMH-Akkus erhältlich, von denen die Hersteller behaupten, daß deren Selbstentladung deutlich reduziert wurde und nur noch ca. 15% pro Jahr anstatt wie bei herkömmlichen NiMH-Akkus bis zu 30% pro Monat (also ungefähr 99% pro Jahr) entspricht. Werbung und Wirklichkeit klaffen ausnahmsweise einmal nicht auseinander, denn nach meinen Messungen liegt die Selbstentladungsrate in der Tat bei weniger als 15% pro Jahr. Ein weiterer Vorteil dieser Akkus ist die unter Belastung etwas höhere Spannungslage gegenüber konventionellen Nickelmetallhydrid-Akkus. Nachteilig ist hingegen die etwas geringere Kapazität gegenüber den Standardtypen. Solche Akkus wurden zuerst von der Firma Sanyo auf den deutschen Markt gebracht und sind im Handel unter dem Namen eneloop zu finden. Möglich wurde die reduzierte Selbstentladung u.a. durch Verwendung eines anderen Metallhydrids und eines verbesserten Separators. Über genaue Details zur Zusammensetzung bzw. zum Aufbau schweigt sich Sanyo verständlicherweise aus. Weitere Hersteller selbstentladungsarmer Akkus sind Panasonic und GP, die ihre Akkus unter den Namen Infinium bzw. ![]() Im Gegensatz zu den normalen NiMH-Akkus sind die selbstentladungsarmen Akkus geladen, wenn man sie kauft. Man kann sie also wie Batterien sofort verwenden, auch wenn sie nicht ganz voll geladen sind. Direkt aus der Packung entnommen besaßen die von mir gekauften Akkus eine Ladung von im Mittel ca. Um sicherzustellen, daß die Akkus sofort nach dem Laden wieder entladen werden, nutzte ich die Cycle-Funktion meines Ladegeräts, welches die Akkus so oft lädt und entlädt, bis die gemessene Kapazität nicht weiter zunimmt. Auf diese Weise waren bei einer Charge von jeweils 8 Akkus pro Hersteller bzw. Marke im Mittel ca. Aufgrund meiner bisher gemachten, mehrjährigen Erfahrungen kann ich diesen Akkutyp wärmstens empfehlen, denn damit fällt das stete Ärgernis weg, daß die in der Schublade gelagerten Akkus immer genau dann nahezu leer sind, wenn man sie am dringendsten benötigt. Ein weiterer Vorteil ist, daß man mit ihnen in Digitalkameras deutlich mehr Fotos aufnehmen kann als mit den meisten herkömmlichen NiMH-Akkus. Das liegt daran, daß die Klemmenspannung unter Belastung geringfügig höher ist, wodurch die in allen mir bekannten Digitalkameras viel zu hoch eingestellte Unterspannungsabschaltung deutlich später einen leeren Akku erkennt und damit auch später die Kamera abschaltet. Sie kosten dabei nicht einmal nennenswert mehr als herkömmliche Markenakkus. Ein Vergleich mit den Preisen von Akkus vom Grabbeltisch ist dabei unzulässig, weil man bei letzteren nie weiß, welche katastrophale Qualität man einkauft; man kauft dort halt billig aber nicht notwendigerweise preiswert. Daß selbstentladungsarme Akkus eine ca. 20% geringere Nennkapazität besitzen als die neuesten NiMH-Akkus herkömmlicher Technologie, spielt für die allermeisten Anwendungsfälle keine Rolle, da die niedrige Selbstentladung die geringere Nennkapazität schon nach kurzer Lagerzeit kompensiert. Meine Erfahrungen mit diesem Akkutyp sind jedenfalls so gut, daß ich seit deren Verfügbarkeit nie wieder "normale" NiMH-Akkus gekauft habe. Zusätzlich zu den genannten Marken werden inwischen auf dem deutschen Markt viele weitere selbstentladungsarme NiMH-Akkus angeboten, teilweise unter einem bekannten Markennamen, nicht selten jedoch unter einer völlig unbekannten Marke ("NoName"), z.T. auch als Hausmarke. Diese Firmen stellen die unter ihrem Namen vertriebenen Akkus jedoch alle nicht selbst her, sondern beziehen sie aus für den Käufer unbekannter Quelle und verkaufen sie unter eigenem Label. Wer von welchem Akkuhersteller die Akkus bezieht, wird in vielen Foren leidlich diskutiert, ist aber ein streng gehütetes Geheimnis. Eigentlich ist es aber egal, solange die umgelabelten Akkus tatsächlich von einem der o.g. 3 Markenhersteller und nicht etwa aus einer dubiosen Quelle minderer Qualität stammen. "Made in China" ist dabei übrigens kein grundsätzliches Ausschlußkriterium, denn in China fertigen u.a. wegen der Umweltauflagen in der eigenen Heimat auch die genannten japanischen Markenhersteller. Gute Erfahrungen habe ich persönlich mit Sanyo eneloop, Panasonic Infinium, GP ReCyco+ und Varta Ready2Use gemacht, weshalb ich diese weiterempfehlen kann. Es mag sein, daß die Anzahl der untersuchten Akkus zu gering und es auch reiner Zufall war, aber meine Tests mit jeweils einem Satz (d.h. 4 Stück) der selbstentladungsarmen Akkus Agfa direct energy, Camelion AlwaysReady sowie EneReady waren nicht ganz so erfreulich: Probleme traten dahingehend auf, daß bei allen diesen Akkus die Kapazitätsabweichung zwischen den Zellen eines Satzes deutlich höher als bei den Markenakkus war. Zusätzlich war zu beklagen, daß bei einem Satz eine Zelle eine deutlich höhere Selbstentladung als alle anderen hatte und bei einem anderen der Spannungsverlauf einer Zelle beim Laden merkwürdig war, wodurch für diese keines meiner Ladegeräte das Ladeende korrekt erkennen konnte und daher wegen einer zu hohen Akkutemperatur eine Notabschaltung einleiten mußten. Diese Mängel machen m.E. den geringen Preisvorteil gegenüber Markenakkus mehr als nur zunichte. LithiumionenakkusLithiumionenakku ist der Oberbegriff für verschiedene Akkutypen, bei denen eine Elektrode aus Lithium besteht. Das Material der zweiten Elektrode ist von Typ zu Typ unterschiedlich, wodurch sich auch eine unterschiedliche Nennspannung im Bereich von ca. 3,0 bisLeider ist die Lebensdauer auch bei bester Pflege begrenzt und beträgt in der Regel nur 3 bis 5 Jahre ab Herstellung. LiIon-Akkus altern nämlich leider auch dann, wenn sie überhaupt nicht benutzt werden. Nach Ablauf der o.g. Zeitspanne wird der Akku jedoch keineswegs schlagartig unbrauchbar, sondern hat lediglich einen definierten Prozentsatz seiner Kapazität verloren, so daß eine Neuanschaffung empfohlen wird. Wenn es nichts ausmacht, daß man früher nachladen muß, kann man ihn selbstverständlich noch länger benutzen. Ein großer Nachteil von Lithiumionenakkus, der sie schon mehrfach in die Schlagzeilen gebracht hat, ist die Gefahr der Explosion bei Überladung oder bei zu hoher Stromentnahme. Selbst wenn der Akku weder explodiert noch leckt, kann man ihn schon mit einer einzigen Überladung oder Tiefentladung stark beschädigen. Aus diesem Grund sind meistens sowohl eine Lade- als auch Entladeüberwachung in die jeweiligen Geräte integriert. Dadurch wird der Akku immer richtig geladen und zudem das Gerät abgeschaltet, wenn während des Betriebs die Entladeschlußspannung erreicht ist. Überladung und Tiefentladung werden dadurch zuverlässig unterbunden. Trotzdem kann man nur etwa 100 Ladezyklen ohne allzu großen Kapazitätsrückgang erreichen. Auf dem Gebiet der LiIon-Akkus gab es in den letzten Jahren zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen. Wahrscheinlich sind bereits heutige LiIon-Akkus langlebiger als oben angegeben. Leider halten sich die Hersteller mit verbindlichen Angaben sehr bedeckt. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Typen auf dem Markt erscheinen, bei denen Alterungsbeständigkeit und Anzahl der Ladezyklen kein Thema mehr sind. Andererseits ist die Gebrauchsdauer der Geräte oft kürzer, wobei die Akkus von ihrer Bauform her speziell für das jeweilige Gerät konstruiert wurden und daher eine Weiterverwendung in einem anderen Gerät ohnehin nicht möglich ist. Bedauerlicherweise gilt ein 5 Jahre altes Notebook genauso wie ein 2 Jahre altes Mobiltelefon bereits als historische Technik, weshalb der Akku nicht unbedingt deutlich länger halten muß. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() ![]() |
Alle Angaben in Zusammenhang mit dieser Site wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Trotzdem kann hierfür keine Haftung übernommen werden. Schadenersatzansprüche jeglicher Art sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Chr. Caspari (sofern nicht anders gekennzeichnet). Es gelten die allgemeinen Mitteilungen über Fehler sowie Verbesserungsvorschläge sind stets willkommen (Kontaktmöglichkeiten siehe Letztes Update dieser Seite: 17.01.2010 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein) |