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Inhalt:
Allgemeines
Grundlegende Empfehlungen
Hörtest
Vorbereitung zum Kauf
Die Tricks der Verkäufer
Preiswerter Kauf
Abschließende Worte
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Kabel
Lautsprecher
Verstärker


Allgemeines

Als Käufer einer HiFi-Anlage haben Sie es in der Regel mit Verkäufern zu tun, die nur Ihr Bestes wollen, nämlich Ihr Geld. Wirklich fachkundige und aus Sicht des Käufers optimale Beratung gibt es leider so gut wie nicht, wie ich aus eigener Erfahrung und auch aus dem Bekanntenkreis bzw. durch Diskussionen im Internet weiß. Bei der verschwindend geringen Anzahl von Händlern, die erstens den nötigen Sachverstand besitzen und zudem dem Kunden weder unnötig teure Produkte noch unnötige Accessoires wie z.B.  Spezialkabel aufschwatzen wollen, möchte ich mich ausdrücklich für die nachfolgenden, teilweise harten Worte über HiFi-Händler entschuldigen. Aber wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, an einen solchen guten Händler zu geraten, ist bedauerlicherweise nicht viel höher, als den Jackpot im Lotto zu knacken.

Nachfolgend erfahren Sie daher, wie Sie die Spreu vom Weizen trennen, was Sie tun müssen, damit man Sie nicht über den Tisch zieht, und wie Sie schließlich doch noch zu einer preiswerten und trotzdem sehr gut klingenden HiFi-Anlage kommen. Sinnvoll ist es natürlich, sich zuallererst über die Wirkungsweise der verschiedenen Komponenten wie  CD-Spieler,  Lautsprecher und  Verstärker zu informieren, damit man Ihnen nicht "etwas vom Pferd" erzählen kann.


Grundlegende Empfehlungen

Die Ansprüche an eine HiFi-Anlage sind in der Mehrzahl der Fälle ganz erheblich geringer als Ihnen Verkäufer immer wieder weismachen wollen. Wenn Sie kein bedämpftes (Wohn-)Zimmer besitzen, in dem die Anlage aufgebaut werden soll, und zudem nicht vorzugsweise im Stereodreieck sitzen (also mit den Lautsprechern ein nahezu gleichschenkliges Dreieck bilden), brauchen Sie sich um höchstmögliche Wiedergabequalität ohnehin keine Gedanken zu machen. Dies ist noch mehr der Fall, wenn Sie Musik meistens als Hintergrundberieselung einsetzen und vielleicht beim Musikhören auch noch ein Buch lesen oder anderen Hobbies nachgehen. Lediglich einigermaßen gute Lautsprecher machen auch in diesen Fällen Sinn, da beispielsweise Wummerbässe oder unnatürlich zischende Höhen einem recht schnell auf den Geist gehen, auch wenn die Musik nur im Hintergrund spielt.

Auch wer seine HiFi-Anlage optimal im Raum positioniert und wirklich konzentriert und analytisch Musik hört, wird nicht in der Lage sein, einen wesentlichen Unterschied zwischen Mittelklasseanlagen und sogenannten High-End-Anlagen festzustellen. Die große Ausnahme sind die Lautsprecher. Denn wie in  Lautsprecher beschrieben, ist die korrekte Umsetzung von Strom in Schall eine Sache, die aus physikalischen Gründen sehr schwierig ist. Gute und damit leider nicht selten teure Lautsprecher machen daher immer Sinn.

In der Regel ist ein sehr preiswerter Verstärker, CD-Spieler und Tuner absolut ausreichend. Lediglich wenn der Hersteller an unpassender Stelle gespart hat, sind klangliche Auswirkungen zu erwarten. In diesem Fall ist oft der Ausgangswiderstand sehr hoch, so daß sich unter ungünstigen Bedingungen ein Höhenabfall ergibt, was man selbstverständlich hören kann. Bei billigen Verstärkern kann man zudem fast nie die Klangregelung abschalten. Wenn die Regler sich in Null-Position befinden, heißt das aufgrund der Toleranzen noch lange nicht, daß der Frequenzgang linealgerade ist. Im direkten Vergleich mit einem anderen Verstärker sind daher oft geringe Unterschiede hörbar, was aber absolut gar nichts damit zu tun hat, daß einer der Verstärker besser wäre als der andere. Wer eine Mittelklasseanlage kauft, bei der jede Komponente (Verstärker, CD-Spieler, Tuner) zwischen 150 und 300 Euro kostet, hat in der Regel Komponenten, die aus klanglicher Sicht nicht zu übertreffen sind. Lediglich beim Tuner gibt es noch geringe Steigerungsmöglichkeiten in Form z.B. besserer HF-Filter. Sogenannte Kompaktanlagen bzw. Microanlagen mit seitlich angesteckten Lautsprechern gehören nach meinem Verständnis jedoch nicht in die Kategorie HiFi-Anlagen sondern sind eher als besseres Kofferradio zu sehen. Vor allem die Lautsprecher sind durchweg dermaßen schlecht, daß von Musikgenuß wirklich nicht die Rede sein kann. Zudem wird an der Elektronik oft auch noch der allerletzte Cent eingespart, obwohl es sich klanglich katastrophal auswirkt. Viel mehr Wert wird auf ein schickes Design und auffällige Anzeigen gelegt, die man zum Musikhören eigentlich überhaupt nicht braucht.


Hörtest

Der Hörtest, den viele Händler anbieten, macht bei Lautsprechern nur Sinn, um eine Vorauswahl zu treffen. Denn wenn die Lautsprecher wie bei vielen Verbrauchermärkten sowohl in einer Reihe nebeneinander und auch noch mehrfach gestaffelt hintereinanderstehen, kann man von einem echten Vergleich nicht mehr reden. Mehr als 2 Lautsprecher sollten zur Entscheidungsfindung nicht nebeneinanderstehen, weil der Klang nicht unerheblich vom Standort abhängt. Zudem ist er je nach Lautsprecher mehr oder minder stark von der Akustik des Abhörraums abhängig, so daß der beim Händler bestklingende Lautsprecher nicht unbedingt der beste für Ihren Wohnraum sein muß. Es ist aus diesem Grund sinnvoll, daß Sie 2 oder 3 in Frage kommenden Lautsprecher in Ihrer Wohnung probehören, was viele vor allem kleinere Händler ermöglichen. Solche Händler können natürlich nicht die billigsten sein, denn logischerweise will auch der Service bezahlt sein.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Lautsprechern sind manchmal gering, manchmal sehr groß. Je nach persönlicher Empfindung wird man den Klang eines Lautsprechers als besser oder schlechter als den eines anderen wahrnehmen. Eine andere Person wird dies möglicherweise aber genau andersherum sehen. Wer beispielsweise vorzugsweise Techno hört, wird selbst hochwertigste HiFi-Lautsprecher mit linearem Frequenzgang und echtem, abgrundtiefem Tiefbaß als sehr baßschwach abtun und die aus HiFi-Sicht katastrophalen Bum-Bum-Kisten bevorzugen. Auch andere Effekte wie überzogene Höhen machen sich bei unbedarften Hörern im ersten Moment positiv bemerkbar. Ein linearer Lautsprecher klingt dann im direkten Vergleich sehr unspektakulär und manchmal sogar matt. Im Endeffekt rächen sich aber alle Effekte, weil sie auf Dauer auf die Nerven gehen. Ziel von HiFi ist ja die high fidelity, also die hohe Klangtreue. Diese läßt sich nicht mit auf Effekt getrimmten Lautsprechern erreichen. Vergleichstests sind daher mitunter nicht einfach. Auf der anderen Seite sollte man sich die Sache aber auch nicht allzu schwer machen. Denn zu Hause fehlt einem der direkte Vergleichsmaßstab. Auch der im direkten Vergleich zweit- oder drittbeste Lautsprecher kann sehr gut klingen. Wichtig ist vor allem, daß er keine klanglichen Macken hat, die auf Dauer lästig werden.

Hörtests zwischen verschiedenen Verstärkern oder CD-Spielern sind bereits bei Mittelklasseanlagen relativ witzlos. Die vermeintlichen Unterschiede, die man sich selbst einredet oder vom Verkäufer einreden läßt, lösen sich bei wissenschaftlicher Betrachtungsweise (doppelter Blindtest!) sehr schnell in Luft auf. Wer beispielsweise die Marke X mag und Y nicht, wird rein psychologisch begründet im Klang der HiFi-Komponenten der Marke X immer geringe Vorteile gegenüber Marke Y finden. Wer aber nicht weiß, welcher Verstärker bzw. CD-Spieler gerade die Musik liefert, wird bei gleichen Lautsprechern, gleicher Lautstärke, linear eingestelltem Frequenzgang etc. keine Unterschiede feststellen können. Auch wer kein ausgeprägtes Markenbewußtsein besitzt, stuft oft die Qualität sprich den Klang nach dem äußeren Erscheinungsbild ein. Ein wertig aussehendes Gerät muß ja einfach besser klingen als ein "billig" aussehendes. Das ist zwar technisch gesehen absoluter Quatsch, aber mangels anderer Wahrnehmungsquellen neigt man dazu, die Optik oder das gute/schlechte Gefühl, das man unbewußt für die jeweilige Komponente entwickelt, auf den Klang zu übertragen.

Wer erst einmal umstöpseln und die CD in den anderen CD-Spieler einlegen muß, kann einen Hörtest ohnehin vergessen. Denn das Ohr bzw. genaugenommen das Gehirn kann sich Klangnuancen nur sehr schlecht über mehrere Sekunden bis Minuten merken. Es hängt bei dieser Art des Hörtests aus besagten psychologischen Gründen ganz entscheidend vom Wohlwollen gegenüber einer bestimmten Komponente ab, ob man einen (nicht vorhandenen) Unterschied hört oder nicht. Sinn macht nur ein direkter A-B-Vergleich durch augenblickliches Umschalten. Beim Vergleich von CD-Spielern benötigt man hierfür 2 identische CDs, die man mit relativ viel manuellem Aufwand synchronisieren muß. Diese Vorgehensweise ist aus gutem Grund nur sehr selten anzutreffen. Denn dabei wird sofort klar, daß sich ein "billiges" 250-Euro-Gerät absolut genauso klingt wie ein 2500-Euro-Gerät (oder noch teurer).


Vorbereitung zum Kauf

Bevor Sie sich in die Höhle des Löwen sprich in den HiFi-Laden bzw. Verbrauchermarkt begeben, sollten Sie sich ernsthaft überlegen, welche Komponenten Sie wirklich benötigen und welche Ansprüche Sie an sie stellen. Wer nicht weiß, was er will und was er braucht, muß sich nicht wundern, wenn er mit einer Anlage den Laden verläßt, die er eigentlich nicht haben wollte. Wichtig ist auch, sich über den maximalen Gesamtpreis Gedanken zu machen. Sonst wählt man sich zeitaufwendig eine Anlage aus, stellt dann fest, daß sie viel zu teuer ist, und muß wieder komplett von vorne beginnen. Dies ist für Sie genauso unbefriedigend wie für den Verkäufer.


Die Tricks der Verkäufer

Von einem aus Kundensicht guten HiFi-Verkäufer können Sie erwarten, daß er Sie unaufgefordert fragt,
   1. welche Art Musik Sie normalerweise hören,
   2. wie Sie Musik hören (d.h. welche Ansprüche Sie stellen),
   3. wie groß der Raum ist, in dem Sie Musik hören wollen,
   4. wie er ausgestattet ist (wg. Akustik),
   5. welche Komponenten Sie kaufen wollen,
   6. ob Sie sich bereits auf bestimmte Geräte festgelegt haben und
   7. wieviel Sie in Summe dafür ausgeben wollen.
Er wird auf Ihre Wünsche eingehen und Ihnen genau das Passende empfehlen. Er wird Ihnen weder etwas Teureres verkaufen noch Sie von einer anderen Marke überzeugen wollen. Soweit der schöne Traum. Die Realität sieht leider ganz erheblich anders aus.

Verkäufer in Verbrauchermärkten sind meiner Erfahrung nach eher technisch orientiert. Deshalb versuchen sie nicht selten, durch Benutzung von Fachbegriffen usw. den Technikexperten heraushängen zu lassen. Als Dipl.-Ing. Elektrotechnik, der sich schon seit mehr als 30 Jahren intensiv mit HiFi-Anlagen beschäftigt, hatte ich schon viel Freude an Diskussionen mit solchen "Experten". Comedy-Shows im Fernsehen sind dagegen ausgesprochen langweilig. Man muß nur ganz wenige geschickte Gegenfragen stellen, schon verhaspeln sie sich in ihren eigenen Falschaussagen. Sofern Sie nicht über fundierte Fachkenntnisse verfügen, wird Ihnen dies jedoch nicht gelingen. Das müssen Sie aber auch nicht, wie Sie nachfolgend noch sehen werden.

Verkäufer in High-End-Läden verfolgen eine ganz andere Strategie. Die Technik ist hier eher untergeordnet. Man reitet hier in der Regel auf der esoterischen Welle, wobei es überhaupt nicht darauf ankommt, daß man irgendetwas erklären kann. Wichtig sind schöne Worte und ein starker Glaube daran, daß auch der größte Unsinn klangliche Auswirkungen hat. Wie sind sonst  CD-Spieler mit Riemenantrieb oder  Spezialkabel zu erklären? "Nachgewiesen" werden solche klanglichen Auswirkungen in der Regel mit einem Hörtest, wobei schöne Worte den oben beschriebenen direkten A-B-Vergleich ersetzen. Zu deutsch: Man redet sich und anderen Unterschiede ein, die es nicht wirklich gibt.

Egal ob Verkäufer im Verbrauchermarkt oder High-End-Laden: Wenn Sie einem verkaufspsychologisch geschulten Verkäufer gegenübertreten (das trifft so gut wie auf jeden Verkäufer zu), sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, daß Sie der Kunde sind und der Kunde eigentlich König sein sollte. Wenn Sie ihm widersprechen, wird Sie der Verkäufer zwar in Diskussionen verwickeln wollen und versuchen, Sie rhetorisch und psychologisch geschickt auszumanövrieren, aber das ist schließlich auch sein Job. Er tut das jeden Tag und ist darin deshalb auch sehr geübt, während Sie vielleicht alle 5 bis 20 Jahre eine neue HiFi-Anlage kaufen und ohne elektrotechnischen Sachverstand auf den zum Himmel schreienden Schwachsinn, den Sie oft an den Kopf geworfen bekommen, einfach keine Worte finden. Der große Trick der Verkäufer besteht vor allem darin, Sie wie bei Diskussionen im Freundeskreis als gleichwertigen Partner zu behandeln. Man will Ihnen suggerieren, daß alles das, was Sie ihm nicht widerlegen können, wahr ist. Das ist aber falsch: Sie müssen nicht einfach hinnehmen, was man Ihnen unterjubeln will, denn Sie sind der Herr des Geschehens, solange Sie sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen. Schließlich dreht sich alles einzig und alleine um Ihren Geldbeutel. Sie müssen nämlich nicht den Verkäufer von Ihrer Meinung überzeugen; es reicht absolut aus, daß Sie ihm nicht glauben. Das hat er anders als einer Ihrer Freunde so hinzunehmen. Und wenn Sie den Eindruck haben, daß man Sie für dumm verkaufen will, Ihnen versucht etwas aufzuschwatzen, was Sie überhaupt nicht wollen, oder ohne Unterlaß auf Sie einredet, drehen Sie sich einfach um und verlassen den Laden. Das ist Ihr gutes Recht und keineswegs unhöflich - zumindest ist es nicht unhöflicher, als Ihre Kaufabsichten in völlig andere Bahnen lenken zu wollen bzw. Ihre Wünsche vorsätzlich zu mißachten.

Gehen Sie nach Möglichkeit nie alleine in einen HiFi-Laden. Denn eine einzelne Person ist für einen Verkäufer immer das einfachste Angriffsziel. Am besten nehmen Sie ein oder besser zwei selbstbewußte Leute mit, die sich idealerweise mit HiFi-Anlagen oder noch besser Elektronik im allgemeinen ein wenig auskennen und nicht so schnell etwas aufschwatzen lassen. Einer der seltenen guten Verkäufer wird sehr schnell erkennen, was Sie wirklich wollen und Ihnen etwas Passendes anbieten. Ein schlechter Verkäufer, der nur seine Provision im Auge hat, wird versuchen, Ihnen etwas Teureres oder etwas, bei dem bei gleichem Preis die Provision höher ist, zu verkaufen. Wenn Sie die richtigen Leute als Begleitung dabeihaben, wird dies sehr schnell hitzige Diskussionen zur Folge haben. Zeit, dem Laden den Rücken zu kehren.


Preiswerter Kauf

Eine sehr empfehlenswerte Strategie, bei der Sie sich zudem nicht über inkompetente Verkäufer ärgern müssen, ist es, die Elektronik einfach per Katalog bei einem der zahlreichen Versender zu kaufen. Aufgrund des fehlenden Vorführraums liegen die Preise ganz erheblich unter dem Niveau der großen Verbrauchermärkte. 25% niedrigere Preise sind eher die Regel als die Ausnahme. Adressen von Versendern finden Sie in allen gängigen HiFi-Zeitschriften. Wie schon erwähnt, sind bereits Mittelklasseanlagen ab ca. 150 Euro pro Komponente klanglich so gut, daß Sie als Auswahlkriterium ruhigen Gewissens Design, Komfortfunktionen und Preis heranziehen können. Lediglich die Lautsprecher sollten Sie nur nach einem Hörtest kaufen. Da hierbei in der Tat Klangunterschiede hörbar sind, bleiben Ihnen wahrscheinlich nutzlose Diskussionen mit dem Verkäufer erspart. Lediglich wenn er Sie fragt, an welchem Verstärker Sie die Lautsprecher betreiben möchten und Ihnen dann gleich einen anderen Verstärker verkaufen will, weil Ihrer (oder Ihr geplanter) angeblich mit den Lautsprechern nicht harmoniert, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, von Ihrem Recht Gebrauch zu machen, Ihre Lautsprecher woanders kaufen zu dürfen.


Abschließende Worte

Wenn so viele Verkäufer und eingefleischte HiFi-Gurus sich einig sind, daß teure Verstärker und CD-Spieler hörbar besser klingen als billige, werden Sie als mündiger Verbraucher hoffentlich nicht alles kommentarlos glauben, was Sie hier lesen, sondern die Frage stellen, ob nicht etwa ein verschrobener Mensch am Werke ist, der die Realität nicht wahrhaben will und daher versucht, die HiFi-Branche schlechtzumachen. Im Internet ist dies schließlich gar nicht mal so selten, weil hier jeder offen seine Meinung kundtun kann, auch wenn sie noch so falsch ist.

Aber wie schon erwähnt, bin ich als Elektroingenieur, der sich schon seit vielen Jahren sowohl mit HiFi- als auch Musikelektronik beschäftigt, vom Fach und kenne mich mit den Hintergründen sehr gut aus. In den Beschreibungen zu  Compact Discs,  Lautspechern,  HiFi-Kabeln und  Verstärkern geht es denn auch vornehmlich um eine Beschreibung der Funktion und Wirkungsweise von HiFi-Geräten aus elektrotechnicher Sicht. Daß dies keine falsche Sicht sein kann, wird sehr schnell klar, wenn man sich überlegt, wer denn nun die vielen schönen HiFi-Geräte entwickelt, die in den Regalen der Händler stehen. Es sind in der Regel Physiker, Maschinenbau- und vor allem Elektroingenieure. Wer jetzt fragt, wieso akademische Berufsgruppen, denen bekannt sein müßte, daß ab einem bestimmten Punkt mehr Aufwand nicht zu Klangverbesserungen führt, solche Geräte entwickeln, möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Angenommen, weiße Fahrräder aus Titan sind Standard und technisch ausgereizt. Wenn sich dank Marketing solche mit bunten Mustern besser verkaufen, würden Sie dann nicht ebenfalls bunte Fahrräder bauen, auch wenn Sie wissen, daß Händler völlig abstruse Dinge behaupten, wie z.B. man benötige wegen des bunten Musters weniger Kraft beim Treten, weil dieses die kosmische Energie besser bündele?

Das alleine ist aber kein Beweis sondern höchstens ein Hinweis für die Richtigkeit meiner Aussagen. Leider sind mir Untersuchungen zu diesem Thema mit wirklich wissenschaftlichem Anspruch nicht bekannt, weil die Wissenschaft zur Untersuchung ganz offensichtlichen Unnsinns kein Geld ausgibt. Und die HiFi-Branche wird sich hüten, wissenschaftliche Untersuchungen in Auftrag zu geben, weil sie ja auch weiterhin Käufer für teure Geräte finden will. Aber sowohl die HiFi-Zeitschrift Stereoplay als auch die Computerzeitschrift c't hatten Versuche im einfachen Blindtest durchgeführt, die eine deutliche Sprache sprechen:

Bereits Ende der 80er Jahre hatte Stereoplay einen Hörvergleich zwischen mehreren mehr oder wenigen hochpreisigen und einem absoluten Billig-CD-Spieler durchgeführt. Der einzige jemals gebaute echte 14-Bit-CD-Spieler ohne Oversampling war klanglich von den anderen CD-Spielern mit 2 Bit höherer Auflösung nicht zu unterscheiden, obwohl es sich bei den Probanden um erfahrene HiFi-Liebhaber handelte. Wenn schon trotz deutlicher, meßtechnisch leicht nachweisbarer Sparmaßnahmen an der Elektronik keine Unterschiede hörbar sind, wie kann man dann Unterschiede zwischen CD-Spielern hören, die aus meßtechnischer Sicht nahezu perfekt sind?

Die Zeitschrift c't führte Ende 2001 einen Vergleichstest zwischen CD und dem unter High-End-Anhängern verpönten MP3-Format mit unterschiedlichen Komprimierungsraten durch, ebenfalls im einfachen Blindtest. Beim MP3-Format werden die Audiodaten verlustbehaftet (!) sehr stark komprimiert, was nach High-End-Ansicht grauenhaft klingt. Tatsächlich kam außer bei übermäßig starker Kompression nur einer der Hörer in der Erkennungswahrscheinlichkeit geringfügig über den Wert hinaus, den man durch Würfeln erreicht. Aber auch dieser Proband, ein Toningenieur, konnte zwar manchmal Unterschiede hören aber nicht zuordnen, ob CD oder MP3 besser klingt. Da bei MP3 aus elektrotechnischer Sicht klangliche Einflüsse eher zu erwarten als auszuschließen sind, zeigt das Ergebnis einmal mehr, wie unsensibel das menschliche Ohr und die nachfolgende Verarbeitungskette im Gehirn tatsächlich ist. Das Ergebnis eines weiteren Vergleichstests Mitte 2002 mit unterschiedlichen Komprimierungsmethoden im Vergleich zur CD kam zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

Insgesamt kann man sagen, daß das menschliche Ohr nicht oder zumindest nur sehr schwer in der Lage ist, überhaupt Unterschiede wahrzunehmen, obwohl dies meßtechnisch sehr leicht gelingt. Dies ist selbst bei Musikern und Toningenieuren der Fall - also denjenigen Leuten, von denen man es am ehesten erwartet, weil sie ja die Basis in Form von CDs schaffen und am ehesten wissen sollten, wie sich Musik am Entstehungsort anhört. Wer sich vor diesem Hintergrund z.B. über Klangunterschiede von Verstärkern, CD-Spielern oder gar Kabeln unterhalten will, macht sich daher einfach lächerlich.
   

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)