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Allgemeines
Mißverständliche Phrasen
Versandkosten
 


Allgemeines

Leider werden Online-Auktionen von nicht wenigen Personen als Möglichkeit betrachtet, für Müll auch noch Geld zu bekommen. Dies ist dann nicht zu beanstanden, wenn der genaue Zustand der Ware im Klartext beschrieben wird. Oft werden jedoch in der Auktionsbeschreibung beschönigende Worte oder Doppeldeutigkeiten benutzt, die nur den Zweck haben, beim potentiellen Käufer den Eindruck eines besseren Zustands zu erwecken, um einen höheren Preis zu erzielen sprich den Käufer zu täuschen. Es hat sich so etwas wie eine eigene Auktionssprache entwickelt, die den für Laien mißverständlichen Beschreibungen in Reiseprospekten durchaus ähnlich sind (der schöne Begriff "Naturstrand" heißt in Reiseprospekten beispielsweise, daß am Strand oft Algen und Müll angeschwemmt werden, welche nicht oder nur selten entfernt werden).


Mißverständliche Phrasen

Nachfolgend finden Sie in Fettschrift eine Auswahl häufig verwendeter Begriffe und darunter ihre tatsächliche Bedeutung aus Sicht des Verkäufers - zugegeben in etwas drastischen Worten, die ein gewisses Maß an Sarkasmus nicht vermissen lassen. Das Problem ist, daß manche Verkäufer diese Sprache nicht kennen und ohne böse Absicht verwenden, weshalb man selbst als erfahrener Auktionsbesucher ein seriöses von einem unseriösen Angebot nicht immer zuverlässig unterscheiden kann. Bei den geringsten Zweifeln empfiehlt es sich daher, Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen und kurze, präzise Fragen zu stellen. Erhalten Sie darauf keine oder nur eine vage Anwort, haben Sie mit Ihren Befürchtungen mit großer Wahrscheinlichkeit einen Volltreffer erzielt und sollten daher von einem Kauf unbedingt absehen.

Graphikkarte OVP
Die OVP (=Originalverpackung) der Graphikkarte - selbstredend ohne die Karte!

Parfüm Chanel No. 19 (unbenutzt und originalverpackt)
Billige, unbenutzte Fälschung aus Polen in Originalverpackung der Fälscherwerkstatt.
Anm.: Echt sind Parfüms meistens nur dann, wenn von Originalhersteller oder Originalware die Rede ist.

Parfüm Chanel No. 19 (Originalduft OVP)
Riecht entfernt wie das Original, mit der Originalverpackung der Fälscherwerkstatt.

Ich kenne mich damit leider nicht aus
Ich kenne mich nur allzu gut damit aus und weiß genau, was nicht funktioniert.

Ich weiß nicht, ob's noch funktioniert
Ich weiß nur allzu gut, daß es nicht funktioniert.

Zustand wie auf dem Bild
Wenn Du auf dem unscharfen Foto die vorhandenen Mängel entdeckst und deshalb nicht bietest, hast Du Glück gehabt.

Neu
Der Artikel ist gebraucht, sieht aber noch gut aus. Die Originalverpackung hab' ich schon lange weggeworfen, denn sonst hätte ich "neu in OVP" geschrieben.
Anm.: Diese Gefahr besteht normalerweise nur bei privaten Anbietern.

Neu in OVP
Naja, sagen wir "fast neu". Hab' ich etwa "ungebraucht" geschrieben?
Anm.: Diese Gefahr besteht normalerweise nur bei privaten Anbietern.

Neuzustand
Gerät ist schon alt, sieht aber noch passabel aus.

Originalverpackt
Das Gerät wurde intensiv genutzt. Wie gut, daß ich vor 5 Jahren die Verpackung aufgehoben habe und es jetzt als originalverpackt anbieten kann.

Nur ein paar leichte Kratzer
Die Ware ist deutlich sichtbar verkratzt.

Nur ein paar Kratzer
Die Ware funktioniert noch, sieht aber ziemlich mitgenommen aus.

Gebrauchter Zustand
Naja, funktionieren tut's noch, aber optisch sieht's recht übel aus.

Stark gebraucht
Die Ware ist in diesem Zustand normalerweise nicht mehr verkäuflich.

Leichter Wackelkontakt
Funktioniert meistens nicht, also höchstens noch zum Ausschlachten geeignet, denn eine Reparatur lohnt sich nicht (sonst würde ich den Gegenstand ja auch nicht verkaufen).

Leichte funktionale Mängel
Das Gerät reagiert noch auf manche Bedienelemente, kann aber nicht mehr bestimmungsgemäß verwendet werden. Eine Reparatur lohnt sich natürlich nicht.

Ungetestet
Getestet und leider defekt. Liest sich aber ungleich besser als "defekt".

Sicher reparabel / sicher keine große Sache / kleiner Defekt
1. Irreparabel
oder
2. Wirtschaftlicher Totalschaden, d.h. die Reparatur kostet deutlich mehr, als funktionierende Geräte gebraucht kosten.

Für Bastler
Daran haben sich schon mehrere Experten die Zähne ausgebissen, aber vielleicht ist jemand so blöd und zahlt mir noch ein paar Euros.

Zur Ersatzteilgewinnung
Wer mit rostigen Schrauben etwas anfangen kann ...

Hat mir immer gute Dienste geleistet
Tja, und dann ging's leider kaputt.

Dachbodenfund
Entsprechend ist auch der Zustand.

Liebhaberstück
Keine Ahnung, was man damit noch anfangen könnte, aber irgendein Depp wird sich sicher finden, der's zum überhöhten Preis kauft.

Selten / rar
Gibt's nicht gerade bei Aldi und Lidl, aber sonst nahezu an jeder Ecke.

Sofortkaufpreis x Euro
Mal ausprobieren, ob das Gerücht stimmt, daß es genug Dumme gibt, die auch bei überhöhten Preisen reflexartig zugreifen.

Lieferzeit x Tage
Sollte jemand so blöd sein, das Teil für soviel Geld zu ersteigern bzw. per Sofort-Kauf zu erwerben, muß ich's erst (zu einem deutlich niedrigeren Preis natürlich) bestellen.

Versandkosten x Euro
Im Aufpreis zum Posttarif stecken die eBay-Gebühren. Der Rest ist für mich Reingewinn; das Käuferpack bietet ja ohnehin immer zu wenig.

Versand auf Gefahr des Käufers, Versandkosten 7 Euro
Wenn Du glaubst, ich versende als versichertes Paket, bist Du mir auf den Leim gegangen. Tatsächlich geht's billig und unversichert als Warensendung raus. Oder wieso glaubst Du, wälze ich das Versandrisiko auf den Käufer ab?

Keine Rückgabe
Das Ding ist Schrott, und den will ich auf gar keinen Fall zurück.


Versandkosten

Insbesondere bei den Versandkosten wird viel getrickst. Aus der Höhe der Versandkosten sollten Sie daher keinesfalls auf eine bestimmte Versandform schließen, sondern ggf. beim Verkäufer explizit nachfragen. Die meisten Verkäufer berechnen nämlich nicht nur die reinen Versandkosten sondern zusätzlich angebliche Verpackungskosten. Sofern diese Kosten tatsächlich anfallen, ist dagegen nichts einzuwenden. Allerdings meinen einige private Verkäufer, man müsse sogar deutlich mehr berechnen, als die nicht gerade billigen Packsets (= Kartons in unterschiedlichen Größen) bei der Post kosten, und verschicken dann in einem sichtbar gebrauchten Karton. Das ist hochgradig unseriös und im Grunde Betrug. Zudem sollte es für Privatleute sehr einfach sein, aus dem Supermarkt einen gebrauchten Karton in passender Größe beim nächsten Einkauf mitzubringen, sofern man über keinen verfügt. Der Supermarkt ist meistens sogar froh darüber, da dies seine Entsorgungskosten senkt. Wenn ein Verkäufer hier schon unkooperativ ist, wie wird er sich im Falle einer Reklamation verhalten? Weiterhin verstecken viele Verkäufer in den überhöhten Versandkosten auch die Auktionskosten, die eigentlich laut Auktionsbedingungen sie tragen müßten.

Leider kennen sich viele Verkäufer nicht mit den Versandtarifen aus und verlangen aus Unkenntnis heraus (oder weil's ihnen gemäß "ist ja nicht mein Geld" schlicht egal ist) z.B. die Gebühr zum Versand eines Pakets, obwohl eine andere Versandform deutlich billiger ist. Viele Dinge kann man nämlich kostengünstig als Warensendung oder auch als Maxibrief versenden. Gerade der Maxibrief bietet sich für viele, nicht allzu große Teile an, da in dieser Versandform nicht nur Umschläge sondern auch Pappschachteln versandt werden können, wobei ein Gewicht von bis zu 1 kg zulässig ist. Die größte Einschränkung hierbei ist, daß der Umschlag oder die Pappschachtel nicht dicker als 5 cm sein darf.

Nicht wenige Verkäufer bieten einen Versand nur als versichertes Paket an, obwohl der zu erwartende Auktionspreis nur ein paar Euro beträgt. Auch wenn nach eigenen Angaben der Verkäufer schlechte Erfahrungen dahingehend gemacht haben sollte, daß Sendungen -tatsächlich oder angeblich- nicht ankamen, ist es aus wirtschaftlicher Sicht totaler Schwachsinn, billige Artikel für teures Geld zu versenden. Man sollte sich hierzu auch vor Augen halten, wie wahrscheinlich es ist, daß Sendungen entweder nicht ankommen oder auf dem Transportweg beschädigt werden. Objektiv gesehen lohnt sich eine Transportversicherung erst bei relativ teuren Artikeln. Nachfolgend sind die Gesamtkosten für die Ware incl. Porto für zwei Szenarien ermittelt, nämlich einmal für einen unversicherten Versand als Maxibrief und einmal für einen versicherten Versand per Postpaket, wobei angenommen wurde, daß eine von 25 Sendungen verschwindet (in der Realität ist diese Wahrscheinlichkeit ganz erheblich geringer). In beiden Fällen wurde von einem mittleren Warenwert von 20 € ausgegangen.

Unversicherter Versand als Maxibrief:
Ware: 20,00 €
Porto: 2,20 € *
Luftpolsterumschlag: 0,50 €
Summe: 22,70 €           d.h. 25 Sendungen: 567,50 €

Versicherter Versand als Postpaket:
Ware: 20,00 €
Porto: 6,90 € *
Karton: 0,00 €   (Annahme: vorhandener Karton)
Summe: 26,90 €           d.h. 25 Sendungen: 672,50 €

* Stand März 2011

Die Differenz zwischen unversichertem und versichertem Versand beträgt in diesem Beispiel satte 105 €, also erheblich mehr als der Wert einer einzigen Sendung. Selbst wenn von 25 Sendungen eine unversicherte Sendung verschwindet, man den Schaden selbst trägt und unter "Pech gehabt" verbucht, ist dies unter dem Strich immer noch deutlich billiger als ein grundsätzlich versicherter Versand, und selbst wenn eine von 6 Sendungen nicht ankäme, wäre dies noch geringfügig günstiger als der versicherte Versand. Mit einem seriösen Verkäufer, was man anhand seiner Bewertungen einigermaßen zuverlässig erkennen kann, sollte man daher bei nicht allzu hohem Warenwert versuchen, einen unversicherten Versand zu vereinbaren. Dies sollte unbedingt vor dem Bieten erfolgen, da man danach auf das Wohlwollen des Verkäufers angewiesen ist.

Bei einem unversicherten Versand existiert natürlich das Problem, daß der Verkäufer trotz Geldeingangs die Ware nicht schickt und behauptet, sie müsse wohl auf dem Postweg verloren gegangen sein. Andererseits könnte der Käufer behaupten, die Ware sei nie angekommen, obwohl er sie erhalten hat. Aber dieses Risiko ist gering, wenn man sich die Bewertungen ansieht. Ein Verkäufer möchte in der Regel auch weiterhin verkaufen und wird daher darauf bedacht sein, seinen guten Bewertungsstatus nicht durch Betrug zu gefährden. Ähnliches gilt für den Käufer, da ein schlechter Bewertungsstatus Geschäfte auf Vertrauensbasis (wie z.B. den preiswerten unversicherten Versand) sehr stark erschwert und sogar das Streichen seiner Gebote durch den Verkäufer nach sich ziehen kann. Ein Blick in die Bewertung des Vertragspartners ist daher sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer anzuraten. Notfalls kann man einen Maxibrief auch als Einschreiben verschicken, so daß die Ablieferung nachgewiesen werden kann. Dies ist immer noch deutlich preiswerter als ein Paket.

Eine ganz eigene aber doch sehr ähnliche Geschichte sind die Versandkosten bei gewerblichen Anbietern. Diese machen sich in der Regel überhaupt nicht die Mühe, Versandkosten mit mehr oder minder guten Argumenten zu erklären, sondern gehen nach dem Motto vor "Friß oder stirb". Die Versandkosten sind bei vielen gewerblichen Anbietern extrem hoch und nicht verhandelbar. Hier hilft es nur, den Komplettpreis zu berechnen und dann zu entscheiden, ob es sich für einen selbst noch lohnt oder nicht. Oft ist es günstiger, woanders zu kaufen, zumal ein Versand von mehreren Artikeln für den Käufer oft kaum Vorteile bringt, weil nicht nur einmal Versandkosten berechnet werden, sondern einmal der recht hohe Grundbetrag plus für jeden zusätzlich gekauften Artikel ein weiterer -allerdings geringerer- Betrag als "Handlingsgebühr" in Rechnung gestellt wird. Da diese Gemeinheiten ganz unten unter dem mitunter langen Auktionstext erscheinen bzw. in einem separaten Karteireiter, wird aus so manchem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein großer Reinfall, wenn man nicht aufpaßt.
   

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)