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Inhalt:
Allgemeines
Grundlagen Audio-Auslesen
Audio-Auslesen in der Praxis
Audio-CDs brennen
Auslese- und Brenngeschwindigkeit
Brennen on-the-fly
Brennabbruch
Rechtliche Aspekte
Weitere Themen:
Infos zu CD-R und CD-RW
Überbrennen und 80-Minuten-Rohlinge
Verwandte Themen:
Grundlagen Compact-Disc


Allgemeines

Heutzutage gibt es zwar kaum noch Probleme beim Kopieren von Audio-CDs (es sei denn durch den Kopierschutz hervorgerufene), aber bei älteren Gerätschaften gab es immer wieder Lesefehler, Knackser oder Ähnliches. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß man ohne großen Aufwand die Titel von einer Audio-CD auslesen und wieder ohne Veränderung auf einen CD-Rohling brennen kann, und bei einigermaßen modernen Rechnern ist das inzwischen auch tatsächlich so. Sollten Sie noch einen älteren Rechner besitzen, finden Sie nachfolgend Informationen darüber, wo normalerweise die Probleme liegen und wie Sie sie umgehen können.


Grundlagen Audio-Auslesen

Eine Audio-CD besteht ähnlich wie eine Schallplatte aus einer langen virtuellen "Rille", entlang derer sogenannte Pits angeordnet sind. Diese Pits beinhalten die digitale Toninformation beider Stereokanäle. Ein Laser strahlt die "Rille" an, die das Laserlicht entsprechend der Information in den Pits auf eine Fotodiode reflektiert oder eben nicht. Die Toninformation liegt dabei keineswegs in linearer Reihenfolge vor, sondern ist aus gutem Grund systematisch durcheinandergewürfelt und zudem -das ist sehr wichtig- mit reichlich Redundanz ausgestattet. Dadurch kann ein Audio-CD-Player auch dann die Toninformation zu 100% wiederherstellen, wenn z.B. durch Schmutz oder Kratzer ein Teil der Rohinformation völlig fehlt. Erst dann, wenn sehr viel Information hintereinander fehlt, muß der CD-Spieler die Werte schätzen d.h. interpolieren. Fehlt noch mehr, sind Knackser oder ein Springen die Folge. Grundsätzliche Informationen über die Funktionsweise von CDs und der Abspielgeräte finden Sie unter  Audio / Musik

Audio-CD-Spieler haben aufgrund der trickreichen Abspeicherung der Audio-Daten selbst mit der oft katastrophalen Fertigungsqualität der üblichen Audio-CDs keinerlei Probleme und können auch stark zerkratze CDs absolut fehlerfrei wiedergeben. Dies gilt grundsätzlich auch für Ihr CD-ROM-Laufwerk oder Ihren CD-R- bzw- CD-RW-Brenner. Solange Sie Audio-CDs direkt über die Soundkarte oder den Kopfhörerausgang wiedergeben, arbeiten auch diese Geräte als Audio-CD-Spieler. Dabei wird die Audio-CD mit einfacher Geschwindigkeit abgespielt.

Etwas völlig anderes ist es, wenn Sie die digitalen Audiodaten auf Ihre Festplatte oder eine beschreibbare CD kopieren wollen. Dann wird erstens die CD nicht mit lediglich einfacher Geschwindigkeit abgetastet, und zweitens durchläuft das Signal nicht den Audioteil mit der hervorragenden Fehlerkorrektur, sondern das Laufwerk versucht die Daten auszulesen wie die digitalen Daten von einer CD-ROM. Nur leider ist die Art und Weise, wie Audiodaten und digitale Daten auf CD abgespeichert werden, unterschiedlich spezifiziert. Digitale Daten auf CD-ROM werden ähnlich abgelegt wie auf einer Festplatte: Bei der CD-ROM ist die "Rille" segmentiert, d.h. wie eine formatierte Festplatte in Sektoren unterteilt. Diese Sektoren besitzen jeweils eine eindeutige Nummer, anhand derer die Ausleseelektronik feststellen kann, um welchen Sektor genau es sich handelt. Bei Audio-CDs sind die Datenblöcke jedoch ohne fortlaufende Numerierung sequentiell hintereinander angeordnet. Das Problem besteht nun darin, daß Digitaldaten normalerweise vom Rechner eben nicht fortlaufend ohne Pause sondern sektorweise angefordert werden, und genau das geht oft schief, weil ja eben die Datenblöcke nicht fortlaufend numeriert und damit identifizierbar sind. Es kommt leicht vor, daß ab und zu ein Datenblock beim Auslesen doppelt auf der Festplatte landet oder aber übersprungen wird, weil das CD-ROM-Laufwerk aufgrund von Positionierungsproblemen den falschen Datenblock geliefert hat. Wie gesagt kann das Laufwerk nicht anhand einer Sektornummer überprüfen, ob es sich um das richtige Datenpaket handelt. Dies sorgt für Knackser, Aussetzer und andere unschöne Effekte. Aufgrund der Anwenderwünsche, Audio-CDs fehlerfrei digital auslesen zu wollen, haben die Hersteller von CD-ROM-Laufwerken und Brennern in der letzten Zeit Anstrengungen unternommen, mittels verschiedener Strategien, dies zu ermöglichen. Obwohl das Engagement der Hersteller in dieser Angelegenheit sehr unterschiedlich war, sind glücklicherweise heute keine neuen CD- oder DVD-Laufwerke mehr erhältlich, die die digitale Extraktion von Audiodaten nicht beherrschen.


Audio-Auslesen in der Praxis

Sofern bei Ihnen selbstgebrannte CDs direkt nach dem Brennen Knackser oder prasselnde Störgeräusche aufweisen, liegt die Ursache zu 99% darin, daß das Auslesen der Quell-CD nicht geklappt hat. Probleme beim Beschreiben von CD-Rohlingen äußern sich ganz anders, nämlich durch die berüchtigten Brennfehler, die die Brennprogramme ab und an aus den verschiedensten Gründen melden. Wie schon angedeutet, sind ältere CD-ROM-Laufwerke oft nicht in der Lage, digitale Audiodaten fehlerfrei auszulesen. Leider traf dies auch auf viele Brenner zu. In der  Feurio-Homepage ist eine Übersicht über die Fähigkeiten sehr vieler CD-ROM-Laufwerke und Brenner aufgelistet.

Allerdings kann man auch auf Softwareseite Schadensbegrenzung betreiben und mittels unterschiedlicher Strategien versuchen, die Fehler der Laufwerke auszumerzen. Sofern bei Verwendung Ihres Brennprogramms Knackser etc. auftreten, die auf dem Original nicht vorhanden waren, empfiehlt es sich, eines der zahlreichen Ausleseprogramme auszuprobieren. Diese lesen in der Regel mit verschiedenen, oft einstellbaren Verfahren die Audiodaten aus und speichern sie als Wave-Datei auf der Festplatte ab. Ein Programm, das erstens viele unterschiedliche Verfahren beherrscht und zweitens noch einige Zusatztools besitzt, die in diesem Zusammenhang sehr nützlich sind, ist der  Audiograbber (mittlerweile Freeware).

Setzen Sie zuerst einmal die Auslesegeschwindigkeit auf 1x herab, denn je schneller ausgelesen werden soll, desto eher treten Probleme auf. Wählen Sie nun ein beliebiges Ausleseverfahren. Lassen Sie jetzt einen beliebigen Titel, bei dem am Anfang und am Ende unbedingt Stille herrscht, zum Test auslesen und auf Festplatte abspeichern. Währenddessen sollten Sie den Rechner nicht anderweitig benutzen (auch nicht unter Windows NT, 2000, XP oder Vista!) oder durch z.B. den Bildschirmschoner einen Kollaps provozieren (⇒ deaktivieren). Diesen Vorgang sollten Sie noch etwa zwei- bis dreimal mit dem selben Titel aber anderem Dateinamen wiederholen. Lassen Sie nun Audiograbber die audiorelevanten Daten der Dateien miteinander vergleichen: Datei1 mit Datei2, Datei1 mit Datei3, Datei2 mit Datei3 etc. Wenn keine Unterschiede gefunden wurden, funktioniert dieses Ausleseverfahren mit sehr großer Wahrscheinlichkeit. Falls nicht, müssen Sie auf die gleiche Weise ein anderes Verfahren ausprobieren. Führt überhaupt kein Ausleseverfahren zum Erfolg (ggf. auch andere Ausleseprogramme probieren), hilft leider nur die Anschaffung eines anderen Laufwerks.

Wenn irgendein Verfahren erfolgreich war, können Sie nun versuchen, die Auslesegeschwindigkeit heraufzusetzen. Denn bei Einfachgeschwindigkeit dauert das Auslesen einer kompletten CD im schlimmsten Fall immerhin 74 Minuten. Bitte beachten Sie, daß viele Laufwerke nicht alle Geschwindigkeiten zulassen, sondern diese nur in mehr oder weniger großen Schritten einstellbar sind. Lesen Sie auch hier einen Titel mehrfach aus und vergleichen Sie die resultierenden Dateien miteinander wie oben beschrieben.


Audio-CDs brennen

Sobald Sie die Audiodaten fehlerfrei ausgelesen als Wave-Datei auf der Festplatte vorliegen, kann sie eigentlich jedes einigermaßen gängige Brennprogramm auf eine CD-R schreiben. Sofern die einzelnen Titel mit Stille beginnen und auch enden, sollte dies mit jedem Brenner gelingen. Insbesondere bei Live-Aufnahmen gehen aber die Titel ohne Pause ineinander über, so daß man diese Titel auch ohne Pause auf die CD-R schreiben muß. Dazu müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Das Ausleseprogramm darf nicht Titel für Titel von der Quell-CD auslesen sondern die ganze CD auf einmal, weil es sonst an den Übergangsstellen knackt. Wenn die Titel einzeln eingelesen werden, treten die oben beschriebenen Probleme auf: Das Einlesen des aktuellen Titels beginnt nicht mit Sicherheit absolut genau dort, wo das Einlesen des vorherigen Titels endete. Die Vollversion von Audiograbber erkennt dies bei der Auswahl aller Titel automatisch und liest die CD von Anfang bis Ende am Stück aus und speichert die Titel lediglich in separaten Dateien. Durch diese Vorgehensweise passen die Dateien nahtlos aneinander. Das Einlesen der ganzen CD in eine einzige Datei und das manuelle Auseinanderschneiden mit z.B. einem WAV-Editor hätte den gleichen Effekt und muß angewandt werden, wenn das Ausleseprogramm dieses Feature nicht besitzt.
2. Der Brenner muß den Disc-at-once-Modus beherrschen und das Brennprogramm muß diesen benutzen. Ältere Geräte (z.B. mit zwei- oder vierfacher Schreibgeschwindigkeit) beherrschen oft genug nur den Track-at-once-Modus, bei dem Titel für Titel geschrieben wird und zwischen den Titeln der Schreiblaser ausgeschaltet wird. Beim Schreiben des aktuellen Titels trifft der Schreibstrahl leider nur extrem selten genau das Ende des vorhergehenden, so daß dadurch ein deutlich hörbarer Knackser entsteht. Manchmal wird auch eine Pause von ca. 2 Sekunden erzeugt.
3. Im Brennprogramm muß die Erzeugung von Pausen zwischen den Tracks ausgeschaltet sein. Leider muß man hier oft genug als Benutzer aktiv werden, weil die Pausenerzeugung aus nicht nachvollziehbaren Gründen sehr oft standardmäßig eingeschaltet ist. Die Pausenerzeugung sollten Sie generell ausschalten, denn es handelt sich um Pausen, die zusätzlich zu den eventuell ohnehin vorhandenen Pausen (=Stille) eingefügt werden.

Wichtig: Abgesehen von den Pausen bzw. je einem Knackser zwischen einzelnen Titeln, die nur im Disc-at-once-Modus vermieden werden können, kann man sagen, daß Knackser, Prasselgeräusche etc., die sofort nach dem Brennen hörbar sind, immer dann auf das Konto eines fehlerhaften Auslesens geht, wenn Sie Daten-CDs mit Ihrem Brenner fehlerfrei erstellen können.

Sofern Ihr Brennprogramm Ihnen aus welchen Gründen auch immer Sorgen bereiten sollte, empfehle ich Ihnen, sich einmal das deutsche Sharewareprogramm Feurio anzusehen, das Sie in einer voll funktionsfähigen und zeitlich nicht befristeten Version von der  Feurio-Homepage herunterladen können. Es handelt sich um ein Auslese- und Brennprogramm für Audio-CDs, mit dem nachweislich ohne viele Einstellungen einwandfreie Audio-CD-Kopien erstellt werden können. Sollte es damit immer noch Probleme geben, sollten Sie es wie schon oben gesagt einmal mit einem speziellen Ausleseprogramm wie z.B.  Audiograbber versuchen.


Auslese- und Brenngeschwindigkeit

Über die richtige Auslese- und Brenngeschwindigkeit gibt es viele, manchmal völlig falsche Mysterien. Richtig ist, daß die Brenngeschwindigkeit absolut keinerlei Einfluß auf die Klangqualität hat. Wenn Ihr Brenner mit höchstmöglicher Geschwindigkeit Digital-CDs fehlerfrei brennen kann (Nachweis durch Vergleich der geschriebenen Dateien Bit für Bit mit dem Original auf der Festplatte), kann er dies auch mit Audio-CDs, weil es im Gegensatz zum Auslesevorgang für den Brenner egal ist, welche Daten er schreibt: Der Brenner folgt lediglich der Servospur auf der CD-R und schaltet im Takt der Daten den Laser ein- und aus. Welche Daten (Programm oder Musiktitel) das sind, weiß er überhaupt nicht! Daß die Pits auf der CD-R bei niedriger Geschwindigkeit schärfer konturiert sein sollen, gehört ins Reich der Märchen und Fabeln. Das Gegenteil ist der Fall: Bei hoher Brenngeschwindigkeit spielt die Wärmeleitfähigkeit der CD-R weniger eine Rolle, weil eine bestimmte Stelle nur ganz kurz erhitzt und damit "verkohlt" wird. Je langsamer man brennt, desto länger hat die Wärme Zeit, sich auf der CD auszubreiten und damit die Ränder "ausbluten" zu lassen. Letztlich ist es aber egal, wie schön die Pits optisch aussehen, weil es im digitalen Leben nur 0 oder 1 gibt, also Pit oder Nicht-Pit.

Bei der Auslesegeschwindigkeit hält sich hartnäckig das Gerücht, daß die Auslesequalität umso besser sei, je niedriger man die Geschwindigkeit wähle. Das ist ebenfalls falsch, beinhaltet jedoch einen kleinen Funken Wahrheit: Wenn Sie wie in  Audio-Auslesen in der Praxis beschrieben Ihr Ausleselaufwerk auf bitgenaue Extraktion getestet haben und dann die größtmögliche Geschwindigkeit wählen, bei der das Auslesen fehlerfrei funktioniert, bringt eine Reduktion der Auslesegeschwindigkeit selbstverständlich qualitativ überhaupt nichts, denn besser als bitgenau auslesen kann man halt nun mal nicht. Wenn Sie dies aber nicht durchgeführt haben, was wohl für die meisten Anwender zutreffen dürfte, steigt die Wahrscheinlichkeit, daß das Auslesen nicht ganz fehlerfrei funktioniert, mit steigender Auslesegeschwindigkeit. Der Umkehrschluß, daß das Auslesen mit geringstmöglicher Geschwindigkeit, also einfacher Geschwindigkeit, immer zum Erfolg führt, ist aus den in  Grundlagen beschriebenen Gründen nicht zulässig.

Mein Rat: Machen Sie sich einmalig die Arbeit und testen Sie Ihr Ausleselaufwerk mit Hilfe des Programms Audiograbber (ermöglicht den Vergleich ausgelesener Musikdateien, auch wenn sie mit einem anderen Programm ausgelesen wurden), denn es kostet bis auf die Downloadzeit nichts, und verwenden Sie die so gefundene maximale Auslesegeschwindigkeit. Das Auslesen selbst muß aufgrund der unterschiedlichen Auslesestrategien verschiedener Programme für diesen Test genau mit dem Programm erfolgen, mit dem Sie auch später auslesen wollen.


Brennen on-the-fly

Unter "On-the-fly" versteht man das Kopieren von CDs ohne Umweg über die Festplatte. Anstatt eine CD auszulesen und die Daten in Gänze auf der Festplatte zu speichern, bevor sie auf einen CD-Rohling gebrannt werden, besteht bei guten Komponenten auch die Möglichkeit, den Umweg über die Festplatte zu vermeiden und die ausgelesenen Daten direkt auf einen CD-Rohling zu schreiben.

Sie benötigen hierfür ein CD-ROM-Laufwerk, das Audiodaten deutlich schneller liefern als Ihr Brenner schreiben kann. Im allgemeinen sollte das Leselaufwerk mindestens doppelt so schnell sein wie der Brenner, sonst genügt schon ein einziger Kratzer, bei dem das Leselaufwerk einen Gang zurückschalten muß, damit der Schreibpuffer leerläuft und damit der CD-Rohling Schrott ist. Keinesfalls dürfen Sie so rechnen: Brenner schreibt 12fach, auf dem CD-ROM-Laufwerk steht "50x", also paßt's. Auch wenn CD-ROM-Laufwerke tatsächlich Digitaldaten mit 50facher Geschwindigkeit auslesen können, sind Laufwerke, die digitale Audiodaten mit 10facher Geschwindigkeit fehlerfrei liefern, immer noch nicht die Regel.

Erst wenn Ihr Leselaufwerk nach der etwas weiter oben beschriebenen Methode bewiesen hat, wie schnell es Audiodaten lesen kann, können Sie anfangen zu rechnen. Meistens wird es darauf hinauslaufen, daß Ihr Leselaufwerk zu langsam ist, vor allem wenn Sie einen schnellen Brenner besitzen. Aber gerade bei einem schnellen Brenner relativiert sich der Zeitvorteil: Angenommen Ihr Brenner kann sowohl mit 16facher Geschwindigkeit lesen wie auch schreiben. Dann ist er bei einer randvollen CD mit 74 Minuten Musik in noch nicht einmal 5 Minuten fertig mit dem Einlesen und benötigt kaum 5 Minuten zum Brennen. Bei den üblichen Musik-CDs mit 45 Minuten (oft noch weniger) sind es sogar weniger als je 3 Minuten. Oft können moderne Brenner Audiodaten wesentlich schneller auslesen als CD-ROM-Laufwerke, so daß das On-the-fly-Brennen unter dem Strich keinen nennenswerten Zeitvorteil bringt.

Bei Brennern, die an genau der Stelle weiterschreiben können, an der der Brennabbruch auftrat ("Burn-Proof", "Just-Link" etc.) sollten Sie eine Brenngeschwindigkeit wählen, die zumindest etwas geringer als die Auslesegeschwindigkeit ist. Dann muß der Brenner nur dann neu aufsetzen, wenn z.B. aufgrund eines Kratzers das Ausleselaufwerk die Audiodaten nicht mehr rechtzeitig liefern konnte, was hoffentlich nur selten vorkommt. Ist die Schreibgeschwindigkeit zu hoch, läuft andauernd (z.B. im Sekundenabstand) der Puffer leer. Das andauernde Neuaufsetzen des Brenners kostet nicht nur viel Zeit sondern erhöht wahrscheinlich auch die Block-Error-Rate der gebrannten CD.


Brennabbruch

Leider gehören Brennabbrüche zum Alltag beim CD-Brennen, egal ob Sie Musik- oder Daten-CDs brennen. Die Ursachen sind leider sehr vielfältig. Oft genug ist daran das Betriebssystem nicht ganz unschuldig, das zum falschen Zeitpunkt auf die Idee kommt, irgendwelche Schreib- oder Leseaktionen auf der Festplatte vorzunehmen. Wenn dadurch der Datenstrom zum Brenner ins Stocken gerät und der Schreibpuffer im Brenner leerläuft, können Sie die CD-R gleich in die Mülltonne werfen. Lediglich Brenner mit Burn-Proof-Technologie (ab 12facher Schreibgeschwindigkeit bei einigen Herstellern, auch als JustLink o.ä. bezeichnet) können bitgenau wieder dort weitermachen, wo das letzte Bit geschrieben wurde und dadurch die CD-R mehr oder minder fehlerfrei weiterbeschreiben.

Das am meisten vorkommende Problem in dieser Hinsicht dürfte wohl der Bildschirmschoner sein, der nach einer bestimmten Zeit aktiviert wird und dann einige Sekunden lang die Festplatte beschäftigt, wodurch möglicherweise der Schreibpuffer im Brenner leerläuft. Sofern Ihr Brennprogramm es nicht schon selbst erledigt, sollten Sie den Bildschirmschoner während des Brennens unbedingt deaktivieren.

Sofern Ihre Festplatte stark fragmentiert ist, verhindert das andauernde Hin- und Herspringen des Lesekopfes der Festplatte, daß die gewünschten Daten ausreichend schnell an den Brenner geliefert werden. Daher empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen ein Defragmentierungsprogramm Ordnung auf der Festplatte schaffen zu lassen.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem sind mechanische Erschütterungen. Der Schreiblaser muß besser als mikrometergenau positioniert werden (1 Mikrometer = 1 Millionstel Meter!). Trotz guter Lagerung und Dämpfungseinrichtungen kann es schon bei relativ geringen Erschütterungen dazu kommen, daß der Laser sozusagen aus der Spur springt und dadurch die CD unbrauchbar gemacht wird. Hiergegen sind auch Brenner mit Burn-Proof- oder einer vergleichbaren Technologie machtlos. Sorgen Sie also dafür, daß Sie während des Brennvorgangs nicht an das PC-Gehäuse stoßen und daß der PC einen stabilen Stand hat, also nicht unbedingt auf einem wackeligen Tisch steht.

Auch die Rohlinge sind nicht immer unschuldig. Ab und zu bricht ein Brennvorgang schlicht wegen eines Fertigungsfehlers der CD-R ab. Dann war beispielsweise eine fehlerhafte Servospur, eine Luftblase im Kunststoff oder eine fehlerhafte Metallisierung die Ursache. Häufen sich die Probleme mit einer Rohlingsmarke, hilft oft ein Wechsel zu einer anderen. Oft genug sind jedoch Fingerabdrücke schuld an der Misere. Wenn der Brenner dadurch die Servospur verliert, ist der Rohling Schrott. Fingerabdrücke auf bereits gebrannten CD-Rs sind hingegen weitaus weniger kritisch, da man sie problemlos reinigen kann, wenn sie springen. Gehen Sie daher mit Rohlingen deutlich vorsichter als mit rohen Eiern um und fassen Sie diese ausschließlich außen an der Kante an und berühren Sie vor dem Brennen niemals die Unterseite, auch nicht beim Herausnehmen aus z.B. einer Papierhülle. Wenn Sie sie aus einer Papier- oder Papphülle nicht problemlos herausrutschen lassen können, fassen Sie mit den Fingern auf die Oberseite der CD und versuchen Sie, sie durch leichten Druck herauszuziehen, ohne auf der Gegenseite mit dem Daumen gegen die Hülle zu drücken.

Manchmal wird ein Brennabbruch auch durch ein instabil arbeitendes Betriebssystem, das Brennprogramm selbst oder instabile Treiber begründet. Hier die Ursache zu finden, ist sehr schwierig. Am besten installieren Sie in solchen Fällen das Betriebssystem incl. der nötigsten Zusatztreiber (meistens Maus und Graphikkarte) neu und direkt danach, also bevor Sie andere Software einrichten, das Brennprogramm. Nun sollten Sie möglichst viel auf CD-RW schreiben und wieder löschen. Bleibt dies ohne Fehler, installieren Sie ein Anwendungsprogramm bzw. einen Zusatztreiber nach dem anderen und wiederholen nach jeder Installation den Brenntest. Treten nach der Installation eines Anwendungsprogramms oder Treibers nun plötzlich wieder Brennfehler auf, haben Sie den Übeltäter gefunden und können darauf reagieren. Wenn Deinstallieren nicht hilft, müssen Sie leider wieder von vorne mit der Installation des Betriebssystems anfangen.


Rechtliche Aspekte

Hatten Sie schon einmal ein schlechtes Gewissen beim Kopieren einer urheberrechtlich geschützten Musik-CD? Sofern Sie die Kopie nur für private Zwecke verwenden, können Sie nachts beruhigt schlafen, denn nach dem deutschen Urheberrecht sind private Kopien ausdrücklich erlaubt. Im Verkaufspreis z.B. eines CD-Brenners ist die sogenannte Urheberrechtsabgabe enthalten, die der Hersteller an die GEMA abführen muß. Diese stellt wie bei Fotokopierern und neuerdings bei Scannern sozusagen eine Entschädigung dafür dar, daß Sie dieses Gerät dafür benutzen, um für private Zwecke Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken (d.h. Musik) anfertigen.

Sie dürfen beispielsweise sich von Freunden oder auch einem CD-Verleih CDs ausleihen und davon ausschließlich für private Zwecke eine Kopie anfertigen. Sie dürfen hingegen diese Kopien nicht verkaufen. In begrenzter Stückzahl dürfen Sie aber Kopien Ihrer eigenen CDs verschenken. Was "begrenzte" Stückzahl heißt, ist allerdings ein wenig umstritten. Wenn man die diversen Veröffentlichungen zu diesem Thema miteinander vergleicht, sind Sie bei einer Anzahl von bis zu 5 Stück jedenfalls auf der sicheren Seite.

Nicht unter diese Regelung fallen beispielsweise Installations-CDs von Programmen, da Programme so gut wie immer mit einem Vertrag gekoppelt sind, der Ihnen normalerweise nur ein einfaches Nutzungsrecht, d.h. die Installation auf einem einzigen Rechner, erlaubt. Die Anfertigung einer Kopie zu Backupzwecken wird Ihnen wohl niemand ernsthaft verwehren wollen, aber die Weitergabe ist unzulässig. Dies trifft selbstverständlich auch dann zu, wenn Sie die Kopie behalten und das Original weitergeben oder die Kopie oder das Original verleihen.

Seit einiger Zeit ist auf dem deutschen Markt zu beobachten, daß die Musikfirmen zunehmend ihre Silberscheiben mit einem Kopierschutz ausstatten. Dies geschieht immer dadurch, daß der Red-Book-Standard, der eine CD definiert, verletzt wird. Meistens werden absichtlich Fehler eingebaut, die das Auslesegerät verwirren sollen. Man will dadurch erreichen, daß die Musikdaten nicht mehr digital auslesbar und damit nicht mehr digital kopierbar sind. Die Konsequenz ist jedoch, daß solche Silberscheiben keine CDs mehr sind, weil sie nicht der Spezifikation entsprechen. Sie dürfen aus diesem Grund rein formal auch nicht das CD-Logo tragen. Die Computerzeitschrift c't hat dafür den Begriff Un-CD geprägt (im Sinne von Nicht-CD). Die Nichteinhaltung der Spezifikation hat weitreichende Folgen: Einerseits können Sie ohne Umgehung des Kopierschutzes keine privaten Kopien mehr für z.B. Ihren Auto-CD-Spieler oder den tragbaren CD-Spieler anfertigen, andererseits können nicht wenige CD-Spieler die laut Spezifikation defekten CDs nicht wiedergeben. Darüberhinaus wird Ihr MP3-Player wertlos, weil Sie Ihre Silberlinge nicht mehr digital auslesen und so MP3-Dateien erstellen können. Außerdem sind diese Un-CDs trotz eklatanter Nachteile für den Verbraucher nicht billiger als richtige CDs. Richtig unverschämt ist es, daß die GEMA immer höhere Abgaben auf Brenner und CD-Rohlinge fordert, obwohl Sie als Verbraucher bei neueren Musik-Produktionen ohne Umgehung des Kopierschutzes gar keine Privatkopien mehr anfertigen können. In Anbetracht der niedrigen Herstellungskosten von weit unter 1 Euro pro CD und des ohnehin schon unverschämt hohen Verkaufspreises von oft mehr als 15 Euro ist es nicht einsehbar, wieso man den Verbraucher zusätzlich mit einem Kopierschutz gängelt, der die Funktionalität stark einschränkt - speziell vor dem Hintergrund, daß Benutzer von illegalen Kopien diese Einschränkungen nicht haben sondern nur die zahlende Kundschaft.

Es ist zwar richtig, daß man Kopierschutzmaßnahmen umgehen kann, jedoch sind solche Programme durch die Urheberrechtsreform im September 2003 illegal geworden. Sie dürfen in Deutschland nicht mehr verkauft werden. Manche Firmen bieten solche Programme zum Umgehen des Kopierschutzes daher nicht mehr an, andere ziehen sich aus Deutschland zurück und bieten solche Software von einem Firmensitz aus an, der nicht der EU-Gerichtsbarkeit untersteht. Der Verkauf in Deutschland ist zwar illegal, der Erwerb jedoch nicht. Die Umgehung des Kopierschutzes d.h. der Einsatz solcher Programme ist wiederum nicht zulässig; im Falle einer Zuwiderhandlung kann der Rechteinhaber der illegal kopierten Musik Sie zivilrechtlich verklagen.

Verboten ist allerdings nur das direkte Umgehen eines Kopierschutzes. Von richtigen CDs ohne Kopierschutz dürfen Sie nach wie vor legal private Kopien anfertigen. Eine ganz legale Methode zum Kopieren kopiergeschützter Silberlinge, die kaum qualitätsmindernd ist, ist die analoge Wiedergabe über einen CD-Spieler und das Digitalisieren mit der Soundkarte, bei dem es sich idealerweise um ein externes, über Firewire oder USB angeschlossenen Modell handelt, bei der Rauschen und Störgeräusche minimal sind. Dies funktioniert allerdings lediglich mit einfacher Geschwindigkeit, d.h. für das Einlesen einer einzigen CD werden bis zu 74 Minuten benötigt. In Anbetracht der extrem starken Nutzungseinschränkungen ist es eine Überlegung wert, solche fast schon nutzlosen Silberscheiben im Laden liegen zu lassen und nur noch alte CDs oder Radio zu hören. Bei Internet-Radios ist es zudem möglich, völlig legal die als MP3 "ausgestrahlte" Musik digital mitzuschneiden.

Anmerkung: Die Informationen zu den rechtlichen Aspekten stammen aus der allgemein zugänglichen Literatur. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann ich daher als Nicht-Rechtsanwalt nicht übernehmen.
  

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Letzter Upload dieser Seite: 05.11.2016 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)